Der Berg ruft!

Jährlich sterben rund 100 Menschen beim Wandern und Bergsteigen in Österreich. Gute Vorbereitung und angemessene Kleidung sind essenziell für ungetrübten Wanderspaß

Wien (OTS) - Keine Frage - neben zahlreichen Seen sind vor allem Österreichs Berge Anziehungspunkt Nummer eins. Ende April, Anfang Mai zieht es nicht mehr Skifahrer und Snowboarder in luftige Höhen -jetzt beginnt die Saison der Bergsteiger und Wanderer. Dass dieser Freizeitspaß Unfallrisiken mit sich bringt, zeigt die nüchterne Statistik: Allein im Jahr 2004 haben sich rund 8.000 Menschen beim Wandern oder Bergsteigen so schwer verletzt, dass sie im Spital behandelt werden mussten. Die Unfallfolgen reichen von Knochenbrüchen (37%) über Sehnen- und Muskelverletzungen (20%), Prellungen (17%) bis hin zu Kopfverletzungen (12%).

Stürze als häufigste Unfallursache
Betrachtet man die Unfallursache, so nimmt der Sturz auf gleicher Höhe, etwa durch Ausrutschen oder Stolpern, mit 72 Prozent den ersten Platz ein - gefolgt von Überstrapazierung mit 13 Prozent; elf Prozent verletzten sich durch Stürze aus der Höhe. "Es fällt auf, dass Senioren ab 60 Jahre überproportional von Unfällen betroffen sind", stellt Dr. Rupert Kisser, Bereichsleiter Heim, Freizeit & Sport, im Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV) fest. Obwohl diese Gruppe nur rund 21 Prozent der Bevölkerung ausmacht, sind ganze 42 Prozent der verunfallten in Österreichs Bergen 60 Jahre und älter. 83 Prozent von ihnen verletzen sich durch einen Sturz auf gleicher Ebene. "Gerade jetzt im Frühjahr, wenn der Boden aufgeweicht ist und teilweise noch Schnee liegt, ist die Gefahr auszurutschen besonders groß", gibt Kisser zu bedenken.

Auf die Ausrüstung kommt es an
"Die richtige Ausrüstung - vor allem angemessenes Schuhwerk sind für Bergsteiger und Wanderer entscheidende Faktoren, um die Risiken eines Sturzes zu minimieren", meint Kisser. Mit dem "Schichtprinzip" ist man in der Bergwelt für alle Witterungsverhältnisse gewappnet -mehrere dünne Kleidungsstücke übereinander ermöglichen, dass man sich jederzeit an das Wetter anpassen kann. Professionelle Wanderschuhe mit entsprechendem Profil verkleinern die Gefahr auszurutschen. Wie bei allen anderen Sportarten auch, muss ausreichend Flüssigkeit und Energie aufgenommen. Für das Proviant Paket eignen sich Wasser oder gespritzter Apfelsaft, kleine Häppchen an energiereicher Nahrung, etwa Müsli-Riegel oder Obst. Auch ein Erste Hilfe Paket sollte Teil der Ausrüstung sein, ebenso ein Mobiltelefon, damit man im Notfall Hilfe anfordern kann (Euro Notruf: 112/Alpinnotruf: 140).

Gute Vorbereitung schützt vor bösen Überraschungen
"Gute Vorbereitung ist beim Wandern die halbe Miete. Die Planung der Wanderroute und ausreichende Informationen über die Beschaffenheit und Schwierigkeitsgrad der Wege sind unabdingbar. Sonst besteht die Gefahr, dass der Schwierigkeitsgrad nicht den Möglichkeiten des Wanderers entspricht", rät Kisser. Am besten ist es, mit allen Teilnehmern die geplante Tour im Vorfeld zu besprechen. Selbstverständlich muss Rücksicht auf den körperlichen Zustand der einzelnen Wanderer genommen werden und auch die eigene Konstitution sollte man kennen. Einem "im Tal Gebliebenen" das eigene Wanderziel mitzuteilen und Informationen über den aktuellen Wetterbericht einzuholen ist ebenso wichtig wie zu wissen, wo sich die nächsten Schutzhütten befinden. Zieht trotzdem schlechtes Wetter auf, sollte die Tour sofort abgebrochen und eine Hütte aufgesucht werden. Ist es nicht mehr möglich, einem Gewitter zu entkommen, müssen allein stehende Bäume, Drahtseile, Liftstützen und Wasserläufe auf jeden Fall gemieden werden. "Befindet man sich als Wanderer mitten im Gewitter ist man auf der sicheren Seite, wenn man sich einen Platz in einer Mulde sucht, eine möglichst kleine Bodenfläche berührt und die Füße eng geschlossen hält", sagt Kisser. Neben dem Blitzschlag stellen dichter Nebel oder Regen eine weitere alpine Gefahr dar, in der Wanderer leicht die Orientierung verlieren können. Heimtückisch ist auch die Situation bei Schneefall, da die Landschaft schon nach wenigen Zentimetern Neuschnee völlig anders aussehen kann. Grundsätzlich gilt beim Wandern: Immer zeitliche Reserven einplanen, um mit Überanstrengung, Verletzungen oder Umwegen zurechtzukommen. Denn vor allem beim bergab gehen, kann man bei Übermüdung leicht stolpern und stürzen. Niemals die markierten Wege verlassen und regelmäßige Pausen einlegen, um den Wanderspaß ungetrübt genießen zu können.

Rückfragen & Kontakt:

Mag. Kerstin Gardill
Kuratorium für Verkehrssicherheit
Marketing & Kommunikation
Tel.: 05 77 0 77-1906
E-Mail: kerstin.gardill@kfv.at
www.kfv.at

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | KVS0001