Nicht die Schule hat ein Gewaltproblem!

Stadtschulrats-Vize Strobl fordert von SP-Stadtregierung raschen Ausbau der Jugendwohlfahrt

Wien (VP-Klub) - "Nicht die Schule, sondern die Gesellschaft hat
ein Gewaltproblem", betonte heute der Vizepräsident des Wiener Stadtschulrates Walter Strobl. Gewalt gäbe es, so Strobl, vor allem in den Medien und in der Familie, wobei die Betroffen meist Frauen und Kinder sind. Die Politik solle daher aufhören, ständig der Schule alle möglichen Probleme zur Lösung zuzuschieben.

"Zweifelsohne kann Schule zur Gewaltprävention beitragen, nicht aber bereits vorhandene Probleme lösen", sagte Strobl. Der Schulpsychologie komme dabei nur ein kleiner Teil im schulischen Alltag zu, weil sie andere schulische Aufgaben wahrnehmen muss, da gehe es um Schullaufbahnberatung, um Erziehungsprobleme, Diagnose von Lernstörungen und Lernprobleme.

Gewalt entsteht meist schon in der Familie. Dort, so Strobl, müsse zeitgerecht angesetzt werden. "Wir brauchen in Wien eine verbesserte Familien- und Erziehungsberatung. Die Beratung und gegebenenfalls die Betreuung muss schon im Kindergarten beginnen. Wir dürfen junge Eltern mit ihren Problemen nicht alleine lassen. Diese Beratung und Betreuung ist allerdings Aufgabe der Jugendwohlfahrt, das gilt auch für die Schule", betonte Strobl.

Es macht daher Sinn, jeder Wiener Schule eine fixe Anlaufstelle mit einer Sozialarbeiterin oder einem Sozialarbeiter vor Ort sicher zu stellen. Diese ’Feuerwehr’ vor Ort müsse sich rasch allfälliger dramatischer Erziehungs- und Gewaltprobleme annehmen und neben einer ersten Beratungstätigkeit gegebenenfalls auch aktiv im Privatbereich des Schülers einschreiten. Diese Möglichkeit habe die Schule gar nicht, so Strobl.

Strobl forderte die SPÖ in Wien auf, Schule und Lehrer zu entlasten und sich nicht dauernd an der Schule abzuputzen. Die Jugendwohlfahrt müsse in Wien rasch ausgebaut werden, anstatt auf Kosten der Lehrer dort zu sparen.

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