ORF Gremien sollten mehr Mut zeigen

ORF-Stiftungsratsvorsitzender vor dem Bundessektionstag Elektronische Medien.

Wien (OTS) - ORF-Stiftungsratsvorsitzender Dr. Klaus Pekarek skizzierte gestern im ORF Zentrum vor den Delegierten des 13. ordentlichen Sektionstages der Sektion Elektronische Medien in der Gewerkschaft Kunst, Medien, Sport, freie Berufe seine Vorstellungen über die Zukunft des elektronischen Leitmediums Österreichs. Er bekannte sich zur dualen Finanzierung des ORF aus Gebühren und Werbeeinnahmen, zum Föderalismusprinzip und zur Rechtsform des Unternehmens. Laut Pekarek basiere die erfolgreiche Geschäftstätigkeit des ORF auf drei Säulen: der Effizienz in der Produktion, der Qualität des Programms und der Unabhängigkeit.
Was die Effizienz betrifft, so sei das Haus auf einem sehr gutem Weg. Als Beispiele nannte er u.a. die Pensionsreform, die auf Initiative des Zentralbetriebsrates zustande gekommen ist, die Entwicklung des Konzernpersonalstandes und die Gründung der ORS.
Kritisch merkte Pekarek an, dass man für den ORF keine externen Beratungsunternehmen bräuchte, würden die Führungskräfte des Hauses mit solchen Aufgaben befasst.
Für die Gremien des ORF wünscht sich der Stiftungsratsvorsitzende, eigenes Selbstvertrauen zu entwickeln und sich nicht auf die aktuelle Politik zu verlassen. Es gelte, sich bewusst zu emanzipieren, um die einzigartige Marke ORF zu stützen.
"Es wird sich vieles verändern müssen, damit alles so bleiben kann, wie es ist" meinte Pekarek.
Für den stellvertretenden Vorsitzenden der Bundessektion und ORF-Zentralbetriebsratsobmann, Heinz Fiedler, waren die pointierten Ausführungen Pekareks in erfreulicher Übereinstimmung mit den Sichtweisen der ORF-Gewerkschafter, die in einem Dringlichkeitsantrag an den 13. Ordentlichen Gewerkschaftstag Kunst, Medien, Sport, freie Berufe formuliert und beschlossen wurden.

Die Sektion Elektronische Medien fordert alle politischen Parteien auf, die angesichts in- und ausländischer Medienkonkurrenz notwendigen Voraussetzungen für den Fortbestand des ORF als österreichisches Leitmedium zu schaffen. Dazu zählen

  • die Sicherung der dualen Finanzierung des ORF um ihn als wirtschaftlich gesundes, unabhängiges Unternehmen zu bewahren
  • der uneingeschränkte Erhalt des eigenständigen Unternehmens ORF in seiner Gesamtheit - dies gilt für seine Programm ebenso wie für seine Standorte
  • die Absage an alle Zerteilungs- und Verkaufspläne, die das Unternehmen ORF schwächen und seine Überlebensfähigkeit in Frage stellen könnten.

Insbesondere die Mitglieder des Stiftungsrates des ORF werden angesichts der bevorstehenden Entscheidungen über die zukünftige Geschäftsführung des ORF aufgefordert,

  • sich bei ihrer Arbeit im Aufsichtsgremium des ORF ausschließlich von Verantwortung und Sorge um das Unternehmen leiten zu lassen
  • allenfalls parteipolitisches Kalkül ebenso wie wirtschaftliche und andere Überlegungen, die nicht dem Wohle des ORF dienen können, hintanzustellen

Der Antrag wurde einstimmig angenommen.

Rückfragen & Kontakt:

Sektion "Elektronische Medien"
In der Gewerkschaft Kunst, Medien, Sport, freie Berufe
Sekretär Heinz Fiedler
Tel.: (01) 87878 - DW 12400

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