Zweite Kollektivvertragsrunde Bau: Keine Einigung - AG-Angebot unzureichend

Österreichweite Betriebsrätekonferenz am 4. Mai

Wien (GBH/ÖGB) - Die gestrige zweite Kollektivvertragsverhandlungsrunde Bau wurde in den Abendstunden ohne Übereinstimmung vertagt. Von Arbeitgeberseite liegt ein Lohnangebot von 2,4 % auf den kollektivvertraglichen Mindestlohn vor. Damit verbunden wurde eine uneinheitliche Anhebung der derzeit geltenden Taggeldsätze in Aussicht gestellt. Abgelehnt wurde eine Gefahrenzulage für Arbeiten auf Straßen mit fließendem Verkehr. Es scheint eine abgestimmte Linie der WKO bezüglich der Lohnerhöhungen in den laufenden Lohnverhandlungen zu geben.++++

Johann Driemer, als Bundesvorsitzender der Gewerkschaft Bau-Holz (GBH) auch Verhandlungsleiter: "Das Angebot der Arbeitgeberseite steht in keinem Einklang mit der äußerst günstigen wirtschaftlichen Entwicklung der Bauwirtschaft in den Jahren 2005 und 2006 und konnte außerdem wegen der unterschiedlichen Behandlung der Bauarbeiter beim Taggeld nicht akzeptiert werden."

Die Forderung der Gewerkschaft Bau-Holz baut auf der äußerst günstigen wirtschaftlichen Entwicklung der Bauwirtschaft und den prognostizierten Verbraucherpreisindizes 2006/2007 auf.

Driemer: "Laut Aussendung der Statistik Austria vom 25. April stieg der Produktionswert im Baubereich 2005 um 2,7 % und die Umsätze um 2,2 %, wobei sich die Zahl der Beschäftigten um 1,1 % verringert hat. In den vergangenen Jahren gab es im Baubereich einen Produktivitätszuwachs von jährlich 2 %. Im Jahr 2005 gab es sogar eine Steigerung der Produktivität von 4,8 %. Die Auftragsbestände im gesamten Bauwesen erhöhten sich gegenüber dem Vorjahr um 16,2 %. Das Institut für Wirtschaftsforschung weist in seiner März-Prognose für die Inflation 2006 1,7 % und der Internationale Währungsfonds in seiner Prognose für Österreich 1,8 % aus. Von der Österreichischen Nationalbank wird besonders auf die Wirkung des hohen Ölpreises auf die Preisstabilität hingewiesen. Daraus muss man schließen, dass vorstehende Verbraucherpreis-Prognosen sich eher nach oben bewegen werden."

Am 4. Mai wird von der GBH nochmals in einem Spitzengespräch mit der Bauwirtschaft versucht, zu einem kollektivvertraglichen Lohnabschluss zu kommen. Im Anschluss an dieses Gespräch wird die am 4. Mai nach Wien einberufene gesamtösterreichische Betriebsrätekonferenz über das Ergebnis informiert und wenn erforderlich weitere Maßnahmen zur Durchsetzung einer den Leistungen der Bauarbeiter und der günstigen wirtschaftlichen Situation der Bauwirtschaft entsprechenden Erhöhung der Löhne beraten und festgelegt.

Driemer abschließend: "Ich fordere die Vertreter der Bauwirtschaft auf, der Leistungs- und Mobilitätsbereitschaft, der Produktivität und Qualitätsarbeit der Bauarbeiter, der in den letzten Jahren nicht entsprochen werden konnte, jetzt mit einer deutlichen kollektivvertraglichen Reallohnerhöhung Rechnung zu tragen."

ÖGB, 27. April 2006
Nr. 286

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