• 26.04.2006, 14:37:09
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Wolfmayr: Gratiseintritt ist kein wesentlicher Anreiz zum Besuch von Museen

Bildung und spannende Programme wichtigste Voraussetzung für Museumsbesuch

Wien (ÖVP-PK) - Niedrige Eintrittspreise oder Gratiseintritt
bringen nicht automatisch mehr Besucher ins Museum. Der Vergleich der
Besucherzahlen der Bundesmuseen in den 90er Jahren mit heute macht
dies deutlich. 1988 bis 1998 haben jährlich rund 2,6 Millionen
Besucher die Bundesmuseen besucht, heute sind es rund 3,5 Millionen
und damit um jährlich 900.000 Besucher mehr. Wichtigste Voraussetzung
für das Interesse an Museumsbesuchen sind einerseits die Bildung und
andererseits die Programme der Museen. 46 Prozent der
österreichischen Museumsbesucher sind Akademiker,
Hauptschulabsolventen stellen nur neun Prozent der Museumsbesucher.
58 Prozent der Besucher gehen wegen Sonderausstellungen ins Museum,
nur fünf Prozent wegen der Dauersammlungen. Dies geht aus einer
Besucherbefragung in den Bundesmuseen aus dem Jahr 2004 hervor, sagte
heute, Mittwoch, ÖVP-Kultursprecherin Abg. Dr. Andrea Wolfmayr. ****

2004 haben die österreichischen Bundesmuseen insgesamt 13,5 Millionen
Euro an Eintrittsgeldern eingehoben. Die Museen mit den niedrigsten
Einnahmen hatten dabei keineswegs die meisten Besucher, wie der
Kultursprecher der Grünen, Wolfgang Zinggl, vermutet. Den höchsten
Anteil nicht zahlender Besucher hat mit 76 Prozent das Museum für
Angewandte Kunst (MAK), das am Samstag freien Eintritt gewährt. Mit
rund 196.000 Besuchern hat das MAK dabei fast gleich viele Besucher
wie das Museum Moderner Kunst (MUMOK), das ein ähnliches Zielpublikum
anspricht, aber keinen freien Eintritt bietet.

Viel wichtiger als ein genereller Gratiseintritt in Bundesmuseen ist
eine umfassende Ausbildung junger Menschen, die schon frühzeitig das
Interesse an der Kultur weckt, sagte Wolfmayr. Dazu tragen die Museen
bereits heute mit einem umfassenden Vermittlungsprogramm für
Schülerinnen und Schüler bei. Das Bildungsministerium bietet etwa mit
der Wien Aktion jährlich mehr als 35.000 Schülerinnen und Schülern
aus ganz Österreich die Möglichkeit zu stark vergünstigten Besuchen
in den kulturellen Einrichtungen der Bundeshauptstadt und investiert
dafür jährlich 5,7 Millionen Euro. In Überlegung ist derzeit auch,
wie man Gratiseintritte in Bundesmuseen für Kinder und Jugendliche
ausweiten könnte, um so das Interesse der Jugend als künftiges
Museumspublikum zu stärken, sagte Wolfmayr.

Die Mehrheit der Besucher in österreichischen Bundesmuseen nutzt
bereits jetzt eine breite Palette von Ermäßigungen. Der Anteil
ermäßigter Eintritte liegt bei knapp 45 Prozent, jener der Vollzahler
bei 27,7 Prozent. Der Anteil nicht zahlender Besucher schwankt
zwischen 9,4 Prozent in der Albertina und 76 Prozent im MAK.
(Schluss)

Rückfragehinweis:
Pressestelle des ÖVP-Parlamentsklubs
Tel. 01/40110/4432
http://www.oevpklub.at

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