- 26.04.2006, 10:44:08
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Erneuerbare Energieträger, eine Chance für Europa
Fischler fordert: Energiewende für sichere, wettbewerbsfähige und umweltverträgliche Energie
Wien/Brüssel (OTS) - Das Thema Energie ist hot. Der Ölpreis hat
die 75 Dollar-Marke gesprengt, die Versorgungssicherheit durch Erdgas
ist dem Medium entsprechend leicht flüchtig, Kohle und Kernenergie
werden wieder aus der untersten Schublade geholt. Am Jahrestag der
Tschernobyl-Katastrophe, dem 26. April, veranstaltete das Ökosoziale
Forum im Europäischen Parlament in Brüssel einen "Energietag", bei
dem Auswege aus der Energiekrise auf Basis erneuerbarer Energieträger
präsentiert wurden. Neueste Entwicklungen aus Schweden, Deutschland
und Österreich waren das Thema dieser hochkarätig besetzten Tagung
mit Franz Fischler an der Spitze.
"Eine nachhaltige Europäische Energiepolitik muss drei Hauptziele
verfolgen: Versorgungssicherheit, Wettbewerbsfähigkeit und
Umweltverträglichkeit", fordert der Präsident des Ökosozialen Forums
im Einklang mit den Zielsetzungen der Europäischen Kommission und des
Rates bei seiner Eröffnungsrede. "Nur so können wir den Problemen
unserer Energieversorgung erfolgreich begegnen." Die Lösung für den
wachsenden Energieverbrauch, die steigende Importabhängigkeit, für
die Verknappung der fossilen Ressourcen und den damit verbundenen
rasanten Preisanstieg sowie für die Klimabelastung könne nur heißen:
Energie sparen und erneuerbare Energie ausbauen.
Versorgunsgsicherheit durch Diversifizierung der Energiequellen
"Es reicht nicht, wenn wir in Rohstoffe investieren, die auf
absehbare Zeit nicht mehr oder nur zu sehr hohen Preisen verfügbar
sein werden. Es reicht nicht, wenn wir jetzt neue Gaspipelines in den
Mittleren Osten bauen, in eine der instabilsten Regionen der Welt. Es
reicht nicht, wenn wir neue Verträge mit dem größten Gaslieferanten
der Union schließen und damit unsere Abhängigkeit noch verstärken",
warnt Fischler. "Die Energieversorgung Europas muss auf vielen Beinen
stehen, der Anteil der Erneuerbaren von derzeit rund 6 % ist kein
kräftiges Bein und liegt weit unter unseren Möglichkeiten."
Erneuerbare Energieträger zur Marktreife führen
Im Wärmebereich sind Heizöl oder Erdgas bereits jetzt teurer als
Holzbrennstoffe, im Strom- und Verkehrssektor müssen vernünftige
gesetzliche Rahmenbedingungen den erneuerbaren Energiequellen die
Chance geben, zur Marktreife entwickelt zu werden. Gerade in diesen
beiden Bereichen besteht hoher Handlungsbedarf: Der Verkehr wächst
weiterhin wie kein anderer Energieverbrauchssektor, die Abhängigkeit
von Erdöl beträgt praktisch 100 %. Der Wärmemarkt bietet die
erfolgversprechendste Chance für einen raschen Wechsel von fossil auf
erneuerbar, noch dazu zu wettbewerbsfähigen Kosten.
Energieeffizienz oberste Priorität
Neben dem dringlichen Ausbau der erneuerbaren Energieträger sieht
der Ex-Agrarkommissar im Energiesparen das größte Potenzial der
"Energiegewinnung", räumt gleichzeitig aber ein: "Mit dem Ziel, bis
2015 den Energieverbrauch jährlich um ein Prozent zu senken, werden
wir das von der Kommission geschätzte Potenzial von 20 %
Verbrauchsreduktion bis 2020 nicht ausschöpfen können."
Kernenergie weder versorgungssicher noch umweltverträglich
Kernenergie ist bei den heutigen technologischen Voraussetzungen
vor allem ein Problem der Importabhängigkeit beim Rohstoff Uran, und
nach wie vor ist die Entsorgung des radioaktiven Abfalls nur
unzureichend gelöst. Im globalen energiewirtschaftlichen Zusammenhang
ist der Beitrag der Kernenergie mit etwa 2 % unbedeutend. "Bei der
Kernenergiefrage ist für mich die Grenze der nationalen Souveränität
bei der Entscheidung des Energiemixes erreicht", so Fischler. "Ich
begrüße sehr die Bestrebungen, eine Europäische Energieaußenpolitik
zu etablieren, ich plädiere aber gerade angesichts der aufflammenden
Atomkraftdiskussion sehr für mehr gemeinschaftliche
Energieinnenpolitik. Wir brauchen eine Energiewende und die kann nur
gemeinsam gelingen!"
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