"Vorarlberger Nachrichten" Kommentar: "Gusenbauer im Jammertal" (Von Johannes Huber)

Ausgabe vom 26. April 2006

Wien (OTS) - Auf der SPÖ-Klausur im oststeirischen Loipersdorf hatte sich Alfred Gusenbauer in den letzten zwei Tagen redlich bemüht, die Gewerkschaftskrise vergessen zu machen: Zu Angriffen auf die "schwarz-bunte" Regierung blies er, auf dass er nach den Nationalratswahlen im heurigen Herbst selbst Kanzler werden könnte. Die Möglichkeit dazu wird wohl noch bestehen, größer ist sie nun aber nicht geworden: Kaum war Gusenbauer von Loipersdorf abgereist, taten sich die sozialdemokratischen Gewerkschafter zusammen, um den roten Schlamassel zu vertiefen.

Mit der Wahl des Chemiearbeitervertreters Wilhelm Beck zu ihrem "provisorischen" Vorsitzenden haben sie dafür gesorgt, dass die Gewerkschaftskrise noch lange nicht ausgestanden ist: Der 59-Jährige soll nur ein paar Monate lang amtieren, ehe dann der wirklich große Wunderwuzzi gekürt wird, der alles besser macht.
Die Debatte über den geeigneten Kandidaten dafür wird sich bis dahin ziehen: Namen werden genannt und wieder verworfen werden, Fraktionen werden sich bilden und gegeneinander formieren. Womit Gusenbauers Hoffnung, dass die Sozialdemokraten endlich wieder geschlossen auftreten und nach vorne blicken, zunichte ist.

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