Lindenmayr: Musikdownloads für Privatgebrauch entkriminalisieren!

Wiener SPÖ beschloss entsprechenden Antrag am Landesparteitag

Wien (SPW) - Die Wiener SPÖ tritt klar gegen die Kriminalisierung privater Internet-TauschbörsennutzerInnen auf. Dementsprechend wurde am Samstag im Rahmen des Wiener SPÖ-Landesparteitages ein Antrag der SPÖ Alsergrund zu diesem Thema einstimmig angenommen. "In Amerika haben sich die Administration Bush und die Unterhaltungsindustrie bereits zu einer regelrechten Hetzjagd zusammengeschlossen. Dort werden Internet-TauschbörsenbenutzerInnen künftig wie Schwerverbrecher behandelt", erklärte hierzu der Wiener SPÖ-Gemeinderatsabgeordnete Siegi Lindenmayr am Dienstag. "Anstelle des offenen Zugangs zu Wissen und Kultur drohen Einschüchterung, Überwachung und Zensur. Und auch Europa ist nicht weit davon entfernt", stellte Lindenmayr kritisch fest. Nachsatz: "Eben solchen Zuständen muss Einhalt geboten werden!"****

Der Wiener SPÖ-Gemeinderat ging auch auf den Hintergrund der Forderungen ein: "Seit den Sechzigern des letzten Jahrhunderts war es Gang und Gäbe, dass junge Menschen Schallplatten, später CDs verborgten und diese - je nach der gerade üblichen Technologie - auf Musikkassetten, Tonbändern, Minidiscs, etc. kopierten. Nun, da die Musikindustrie offensichtlich mit dem Umgang neuer Technologien völlig überfordert ist, wird zu solch drastischen Mitteln gegriffen, die genau das Gegenteil bewirken, was Jugendkultur sein soll: Statt Offenheit nur Restriktionen!"

Dass das Kopieren aus gewerblicher Gewinnabsicht zu verurteilen sei, stellte Lindenmayr dabei klar. "Dass jedoch die Musikindustrie ihre eigenen Kundinnen und Kunden verklagt, statt die neuen Medien fair zu nutzen, ist als erbärmliche Reaktion auf das eigene Unvermögen zu sehen." Bemerkenswert sei zudem in dem Zusammenhang auch die Tatsache, dass durch dieses publicitywirksame Vorgehen offensichtlich verschleiert werden solle, dass von den Einnahmen der Musikkonzerne - abgesehen von nur wenigen Ausnahmen - nur ein ganz geringer Teil an diejenigen fließt, denen eigentlich der Großteil gebühre: Nämlich den MusikerInnen, KomponistInnen und AutorInnen.

Lindenmayr abschließend: "Ein breitest möglicher Zugang zur Vielfalt des kulturellen Angebotes und dessen privater Austausch muss auch in Zukunft möglich sein. Und dabei muss es zudem völlig gleichgültig sein, ob dies auf traditionellen oder modernen Wegen geschieht. Wir Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten fordern daher ein Ende der Einschränkungen des Rechts auf Privatkopie!"
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