Tempo 160: Mehr Verkehrssicherheit durch Flexibilisierung des Höchstgeschwindigkeitslimits

VK Gorbach stellte Projekt auf A10 vor - LH Haider: Telematik soll Arbeitsplätze in Kärnten schaffen - LR Dörfler verstärkt Lärmschutzmaßnahmen

Klagenfurt (LPD) - Mehr Verkehrssicherheit sowie eine Entlastung für Umwelt und Anrainer soll die Flexibilisierung des Höchstgeschwindigkeitslimits auf Österreichs Autobahnen bringen. Getestet wird das entsprechende Telematiksystem ab 2. Mai auf der A10 Tauernautobahn zwischen Feistritz und Spittal-Ost. Details dazu stellten heute, Dienstag, Verkehrsminister Vizekanzler Hubert Gorbach, Landeshauptmann Jörg Haider und Verkehrslandesrat Gerhard Dörfler bei einer Pressekonferenz in Feistritz vor. Haider erwartet sich aus dem Projekt auch wirtschaftliche Vorteile für den Technologiestandort Kärnten.

Der Landeshauptmann betonte, dass es in Kärnten eine breite Unterstützung für das Projekt auf der A10 gebe. Kärnten sollte daher auch von den Chancen profitieren, die in der Verkehrstelematik steckten. Österreich habe bereits mit seinem Mautsystem einen erfolgreichen Exportartikel geschaffen, auch im Bereich der Telematik gebe es ein großes Beschäftigungspotential. Haider hofft daher auf einen Ausbau des ASFINAG-Engagements im Klagenfurter Lakeside Park. Hier sei die "wienlastige" ASFINAG derzeit eher "alibimäßig" tätig, meinte er.

Verkehrslandesrat Dörfler verwies auf die umfangreichen Kärntner Maßnahmen zur Erhöhung der Verkehrssicherheit sowie zur Lärmreduzierung. Hier werde viel in die Infrastruktur investiert und Kärnten habe als erstes Bundesland einen Lärmschutzkataster erarbeitet. Für den Wörtherseebereich kündigte Dörfler eine 100 km/h-Beschränkung bei Pörtschach (3,2 km lang) und bei Velden (2,4 km lang) an. So solle dort der Verkehrslärm reduziert werden, bis es bauliche Lösungen gebe.

Vizekanzler Gorbach erklärte, dass die Test auf dem zwölf Kilometer langen A10-Abschnitt zwei Monate lang durchgeführt werden sollen. Er sprach von einem fortschrittlichen Projekt, bei dem Telematik innovativ eingesetzt werde. Eine Flexibilisierung des Höchstgeschwindigkeitslimits würde ein besseres Verkehrsmanagement und eine Reduzierung der Unfallzahlen ermöglichen. Je nach Verkehrslage würden im entsprechenden Streckenabschnitt zwischen 40 und 160 km/h gelten. Ein generelles Limit von 160 km/h sei nie angedacht worden, betonte Gorbach. Die Geschwindigkeitskontrolle werde durch eine Section Control erfolgen.

Wind, Regen, Nebel, Schnee, Pannen, Unfälle und Geisterfahrer werden laut Gorbach vom System erkannt. Die Daten werden an die ASFINAG Verkehrsleitzentrale in Wien gesendet, von wo aus eine entsprechende Reduzierung des Geschwindigkeitslimits erfolge. Für den Autofahrer werden die Limits dadurch nachvollziehbar, meinte der Vizekanzler. So werde die Akzeptanz höher und der Autofahrer werde auch zum Mitdenken animiert. Ihm gehe es vor allem auch um Bewusstseinsbildung in diesem Bereich, strich Gorbach hervor. Derzeit würden im Testbereich 70 Prozent der Lenker schneller fahren als erlaubt, zwanzig Prozent sogar schneller als 160 km/h. Diese sollen nun durch die Section Control eingebremst werden. Laut Gorbach wird übrigens ab 1. 1. 2007 die internationale Strafverfolgung in der EU geregelt. EU-Bürger können sich dann Strafen ab 70 Euro nicht mehr entziehen.

(S E R V I C E: Infos unter: www.tempo160.at)
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