- 25.04.2006, 13:34:21
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Tirol Milch setzt auf Gentechnikfreiheit und Lattella
Tirol Milch-Bilanz 2005: Steigerungen bei Milchmenge und Ertrag, Minus beim Umsatz - Hans Schweiger als Obmann wiedergewählt

Wien (OTS) - Hans Schweiger wurde in der Generalversammlung am
vergangenen Samstag für die nächsten fünf Jahre zum Obmann
wiedergewählt. "Tirol Milch als größter Vermarkter
landwirtschaftlicher Produkte in Tirol soll weiterhin im Eigentum der
Bauern bleiben. Nur so können die Interessen der Bauern bestmöglich
umgesetzt werden", so Obmann Schweiger anlässlich seiner Wiederwahl.
"Wie eine aktuelle Umfrage bei den Milchlieferanten zeigt, ist die
Verbundenheit der Milchlieferanten zur Tirol Milch besonders groß",
freute sich Schweiger.
Beim Thema Gentechnik wächst die Skepsis der Konsumenten. Hielten
im Jahr 2002 noch 13 Prozent der österreichischen Bevölkerung die
Gefahren und Probleme, die mit Gentechnik in Verbindung gebracht
werden, für "auf jeden Fall übertrieben", so sank dieser Wert im
Vorjahr auf nur mehr sechs Prozent. Gleichzeitig stieg die Zahl der
Österreicherinnen und Österreicher, die die Diskussion für "sicher
nicht übertrieben" befinden, von 42 auf 50 Prozent.
Hans Schweiger sieht in diesen Ergebnissen einer market-Studie
die Strategie seines Unternehmens bestätigt. "Wir waren 2003 die
erste Molkerei in Europa, die kontrolliert Gentechnik-freie Milch ins
Produktprogramm aufgenommen hat. Mit 1. Februar 2006 haben wir die
gesamte Trinkmilch auf kontrolliert Gentechnik-frei umgestellt. Und
genau diesen Weg werden wir in Zukunft fortsetzen, auch wenn die EU
in die andere Richtung marschiert", sagte Schweiger bei der
Bilanz-Pressekonferenz von Österreichs drittgrößter Molkerei.
Rekord-Milchmenge
Die Tirol Milch hat im Vorjahr mit 316 Mitarbeitern 221 Millionen
Kilogramm Milch verarbeitet, das ist ein neuer Rekordwert. Der Umsatz
ging von 142 auf 139 Millionen Euro zurück, davon entfiel rund ein
Drittel auf den Export. "Hauptverantwortlich dafür sind die
gesunkenen Preise für Industrieprodukte", erklärte Geschäftsführer
Andreas Geisler. Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit
(EGT) stieg von 0,4 Millionen Euro auf 1,7 Millionen Euro. "Neben
innerbetrieblichen Rationalisierungsmaßnahmen haben wir Produkte, die
nicht den notwendigen Deckungsbeitrag gebracht haben, eingestellt",
begründete Geisler den
Ertragssprung. "Das Milchgeld für die Bauern konnte gleich hoch
gehalten werden. Sie erhielten wie im Jahr zuvor durchschnittlich
32,5 Cent pro Kilogramm Milch", so der Tirol Milch-Chef.
Mit einem Volumen von 5,9 Millionen Euro lagen die Investitionen
auf einem ähnlich hohen Niveau wie 2004. Geisler: "Der Großteil floss
in einen dritten Käsekeller in Wörgl und in die neue EDV." Die Tirol
Milch ist nunmehr der größte heimische Hersteller von Bergkäse.
Autarke Energieversorgung
Auch heuer liegt der Investitionsschwerpunkt in Wörgl: Der zweite
Produktionsstandort neben Innsbruck soll eine eigenständige
Energieversorgung bekommen. "Aufgrund der hohen Energiepreise planen
wir die Errichtung eines Blockheizkraftwerkes in Wörgl", so Geisler.
Geschätztes Investitionsvolumen: Zehn Millionen Euro.
Dachmarke Lattella
Die hohe Sympathie für den Molke-Drink Lattella - 52 Prozent der
Österreicher halten die Marke für besonders sympathisch - bildet die
Basis für das neue Dachmarken-Konzept der Tirol Milch: Demnach wird
das Lattella-Programm sukzessive um neue Produkte erweitert. Den
ersten Schritt machte die Lattella "frucht&molke" Creme, ein
Molke-Dessert, das vorerst in vier Sorten erhältlich ist. Weitere
Innovationen sollen folgen.
Heuer weiteres Wachstum
Für heuer erwartet der Tirol Milch-Chef eine weitere Erhöhung der
Milchmenge auf 223 Millionen Kilogramm. Grund ist die Aufstockung der
Milchquote durch die EU. Der Start der Lattella Dachmarke mit neuen
Produktsegmenten und die Ausweitung der Käseproduktion sollen den
Umsatz auf 142 Millionen Euro wachsen lassen.
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