Tschernobyl mahnt zu Kurswechsel: Strom aus erneuerbaren Energiequellen erzeugen

Wien (OTS) - Einen unmissverständlichen Kurswechsel bei der Stromerzeugung verlangt Heinz Kopetz, Präsident des Österreichischen und Europäischen Biomasse-Verbandes anlässlich des 20. Gedenktages der Tschernobyl-Katastrophe

Falscher Weg

"Als Irrweg der Energiepolitik", bezeichnet Dr. Heinz Kopetz, Präsident des Österreichischen und Europäischen Biomasse-Verbandes die weltweit drohende Renaissance von Atomkraftwerken zur Stromerzeugung. In diesem Zusammenhang erinnert Kopetz an die drastischen Auswirkungen der Atomkatastrophe: Die Gesundheit zehntausender Menschen war und ist bedroht, Lebensmittel waren verseucht. So durfte Milch von weidenden Kühen nicht getrunken werden. Freilandgemüse wurde vernichtet, Beeren und Schwämme waren ungenießbar.

Forderung: Umweltgerechte Stromerzeugung aus erneuerbaren Energiequellen mit dezentralen Anlagen

Der Biomasse-Verband verlangt daher eine umweltgerechte Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien durch Anlagen in Österreich. Kopetz: "Konkret soll bis 2025 in Österreich Strom zu 90 Prozent aus erneuerbaren Energien in dezentralen Anlagen hergestellt werden." Dies kann sukzessive durch den Ausbau der Stromerzeugung aus Wasserkraft und Wind, ergänzt durch kleine Biomasse- und Biogasanlagen sowie durch Photovoltaik erreicht werden. Außerdem soll der Verbrauchszuwachs durch mehr Effizienz reduziert werden.

Sackgasse Gaskraftwerke

"Auch der Bau von Gaskraftwerken zur Stromerzeugung führt in eine Sackgasse", unterstreicht Kopetz und begründet:

  • Die Versorgung von Erdgas ist unsicher. Die Turbulenzen zu Jahresbeginn führten dies klar vor Augen.
  • Die C02-Emissionen steigen dadurch weiter. Österreich wird zu einem noch größeren Sünder hinsichtlich des Kyoto-Vertrages
  • Strom aus Gaskraftwerken ist zu teuer. Da die Gaspreise zeitverzögert an die Erdölpreise gebunden sind, wird auch Strom aus Gaskraft ständig teurer.
  • Strom aus Gas - Widerspruch zu EU-Verordnung. Der Ausbau der Stromerzeugung steht im Widerspruch zur EU-Verordnung über den weiteren Ausbau der erneuerbaren Stromerzeugung.

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