- 25.04.2006, 12:00:00
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Mehr als 10.000 FSME-Patienten jährlich in Europa! - ANHANG
Wien (OTS) - Ein Internationales Expertenteam (ISW-TBE;
www.isw-tbe.info) fordert im Rahmen eines Workshops in Wien eine
breite Durchimpfung und Initiativen der Gesundheitsbehörden am
Beispiel der österreichischen FSME-Impfkampagne. Ein erster Schritt
wird mit einer neuen europäischen FSME-Patientenplattform
www.tick-victims.info gesetzt, die ab sofort in 16 Sprachen abrufbar
ist.
In Deutschland gibt es im Vergleich von 2004/2005 eine Steigerung
um 156 Prozent (von 274 auf 433 FSME-Patienten), aber auch die
Schweiz mit einem Plus von 149 Prozent und die Tschechische Republik
mit einem Zuwachs von 127 Prozent an FSME-Erkrankungen stellen einen
dramatischen Trend dar. In Deutschland und in der Tschechischen
Republik verfügen durchschnittlich nur 11 Prozent über eine
vollständige Grundimmunisierung. Mit jährlich 1.000 bis 2.000
FSME-Patienten gelten die baltischen Staaten als europäischer
Spitzenreiter, in Lettland wird die weltweit höchste Inzidenzrate von
26,9/100.000 registriert.
Problem Nr. 1 der FSME-Verbreitung zeigt sich in der Mobilität: Im
Jahr 2004 bereisten mehr als die Hälfte der ausländischen Touristen
Europa, nämlich 365 Millionen Menschen. Auf die Mitgliedsstaaten der
EU, die als FSME-Endemiegebiete gelten, entfallen 60 Millionen Reisen
pro Jahr. Das Risiko, sich bei einem vierwöchigen Aufenthalt in der
Steiermark mit FSME anzustecken, beträgt Schätzungen zufolge 1:
10.000. Ausgehend von diesem Wert kann vorhergesagt werden, dass es
jedes Jahr zu sechs reisebedingten FSME-Fällen in diesem Bundesland
und zu 60 in ganz Österreich kommen wird. "Trotz der stetig
wachsenden Touristenströme in Europa müssen wir beobachten, dass die
Öffentlichkeit immer noch erstaunlich schlecht informiert ist und
dass sich die Bürger der meisten Länder Europas - darunter besonders
aus den nicht endemischen Ländern wie UK, Frankreich, Holland -der
potentiellen Risiken der FSME bei einer Reise in ein Endemiegebiet
kaum bewusst sind", sagte Univ.-Prof. Dr. Michael Kunze vom Institut
für Sozialmedizin in Wien und Chairman der ISW-TBE Group.
Als Aufforderung an öffentliche Institutionen und die politisch
Verantwortlichen der einzelnen Länder wurde von der internationalen
FSME-Expertengruppe ein europaweiter Forderungskatalog präsentiert
mit dem Aufruf, das Bewusstsein für FSME als große
gesundheitspolitische Herausforderung des 21.Jahrunderts zu schärfen:
mit Investitionen in bessere Diagnoseverfahren, der Formulierung
europaweiter Impf- und Reiseempfehlungen, einer finanziellen Stützung
der FSME-Impfung, einem FSME-Impfprogramm an Schulen sowie einer
intensive Aufklärungs- und Informationskampagne.
Mit www.tick-victims.info wurde eine neue internationale
Patientenplattform gegründet, die das erste paneuropäische
FSME-Netzwerk für Betroffene darstellt und diesen Unterstützung sowie
umfangreiche Serviceleistungen und Informationen anbietet. Sie steht
ab sofort Menschen in ganz Europa zur Verfügung.
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