"Errungenschaft Freilandhaltung in Gefahr"

Wien (OTS) - Heute, Dienstag, 25. April, 10.30 Uhr, findet im Café Landtmann eine gemeinsame Pressekonferenz des WIENER TIERSCHUTZVEREINs, der VIER PFOTEN Österreich sowie des Vereins gegen Tierfabriken (VgT) statt. Genannte drei Tierschutzorganisationen sind Eigentümer der Kontrollstelle für artgemäße Nutztierhaltung.

Die Freilandhaltung von Hühnern ist eine der größten Errungenschaften des Tierschutzes in Österreich. Seit nun mehr einem Jahrzehnt bietet das Siegel "tierschutzgeprüft" den KonsumentInnen Qualitätssicherheit und sorgt europaweit für Vorbildwirkung. Aufgrund der Verordnung gegen die Geflügelpest besteht in Österreich bis 30. April Stallpflicht - für alle Hühner, auch jene die nicht in so genannten "Risikogebieten" gehalten werden. Wird diese Verordnung verlängert, besteht für die Freilandhaltung in ihrer Gesamtheit Gefahr!

Lucie Loubé, Präsidentin des WIENER TIERSCHUTZVEREINs: "In Sachen Vogelgrippe herrscht große Verunsicherung. Kaum jemand in der Bevölkerung kennt sich mehr aus. Einerseits sagt Bundesministerin Rauch-Kallat, Österreich ist 'tierseuchenfrei', andererseits werden aber Maßnahmen wie bei einer Tierseuche ergriffen. Wir wollen die Beweise für die Vogelgrippe sehen. Es ist nicht zu begreifen, warum die Stallhaltung weiterhin aufrecht bleiben soll."

Dr. Elke Narath, Tierärztin VIER PFOTEN: "In der Vergangenheit wurde vom Gesundheitsministerium mit einer soliden Risikobewertung gearbeitet. VIER PFOTEN fordert einen maßvollen Umgang mit der Abgrenzung von Risikogebieten, keine allgemeine Stallpflicht für Hühner. BM Rauch-Kallat soll Rückgrat beweisen, endlich von der allgemeinen Stallpflicht abrücken und die Hühner in den nicht betroffenen Gebieten freilassen. Dieser Weg, der von BM Rauch-Kallat bereits beschritten wurde, war in Europa vorbildlich und die einzig gesunde Alternative für Mensch und Tier. Die 'Stalllobby' darf sich im Sinne der KonsumentInnen nicht durchsetzen."

DDr. Martin Balluch, Obmann vom Verein gegen Tierfabriken: "Die Vogelgrippe ist eine der vielen Tierseuchen, die zwingend durch die Massentierhaltung entstehen. Wenn viele Tiere auf engstem Raum zusammengepfercht werden, wie das in der Geflügelindustrie leider weltweit der Fall ist, ohne Ausgang ins Freie sondern in strukturlosen Hallen, dann ist das eine Brutstätte für die Entstehung neuer Krankheiten. Im Freien können die Tiere ihre Immunabwehr stärken, die bei tiergerechterer Haltung mit verbesserter Tiergesundheit Seuchen vorbeugen würde. Die Abschaffung der Massentierhaltung ist die beste Tierseuchenprophylaxe!"

Auf Einladung des Tierschutzes wird auch Hans-Herwig Predl, Leiter der Kontrollstelle für artgemäße Nutztierhaltung, bei der Pressekonferenz sprechen.

Rückfragen & Kontakt:

Mag. Alexander Willer (WIENER TIERSCHUTZVEREIN)
0676/9469269
Andrea Puslednik (VIER PFOTEN)
Tel.: 895 02 02 - 66

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