ÖAMTC-Test: Integrierte "Klapp"-Kindersitze sind praktisch, aber eine Kompromisslösung

Kein Ersatz für herkömmliche Sitze - geeignet für den Gelegenheitsgebrauch

Wien (OTS) - Spontan ein Kind im Auto mitzunehmen, das ist in den meisten Fahrzeugen nicht möglich. Es sei denn, man verfügt über einen Not-Kindersitz im Kofferraum oder einen in die Rückbank integrierten Kindersitz. "Das ist zwar praktisch, aber in punkto Sicherheit ein Kompromiss", weiß ÖAMTC-Techniker Steffan Kerbl. Der Club hat erstmals integrierte Kindersitze, die aus der Rückbank des Fahrzeugs geklappt werden, untersucht. "Eine Alternative zu klassischen Kindersitzen sind diese Klappsysteme auf keinen Fall. Empfehlen kann man sie aber Autofahrern, die nur gelegentlich Kinder transportieren, z.B. Taxifahrern", so Kerbl weiter.

Die Klappsitze haben durchaus Vorteile: Sie sind immer verfügbar, platzsparend und leicht zu bedienen. Repräsentativ getestet wurden die Systeme in VW Passat, Mercedes C-Klasse und Ford Galaxy. "Die praktischen Vorteile können die sicherheitsrelevanten Nachteile aber nicht ausgleichen", sagt ÖAMTC-Experte Kerbl.

Der Sitzerhöher mit Seitenwangen im VW Passat erhält die beste Testnote mit passablen Ergebnissen bei Front- und Seitencrash. Allerdings ist der Sitz nicht für Kleinkinder unter 15 kg zugelassen, der Gurtverlauf kann auch an größere Kinder nicht optimal angepasst werden. Zufriedenstellend funktioniert das System von Mercedes - ein Sitzerhöher mit Fangtisch - für Kinder von 9 bis 36 kg. Das System hat aber ebenfalls Defizite im Gurtverlauf, außerdem fehlen die Seitenwangen, die das Verletzungsrisiko beim Seitenaufprall mindern und verhindern, dass ein schlafendes Kind aus dem Gurt rutscht. Insgesamt nur ausreichend ist der Schutz im System im Ford Galaxy (mit Hosenträgergurt bzw. Sitzerhöher) für Kinder von 9 bis 36 kg. Sowohl im Front- als auch im Seitenaufprall ist das Kind deutlich höheren Belastungen ausgesetzt als in einem herkömmlichen Sitz. Schwächen gibt es wiederum auch beim Gurtverlauf.

"Weitere Nachteile der Klappsysteme sind, dass ein Umbau in andere Fahrzeuge nicht möglich ist. Eine Nachrüstung ist zwar möglich, aber sehr teuer", stellt Kerbl fest. "Plätze mit integriertem Kindersitz bringen außerdem geringe Komforteinbußen für Erwachsene."

Fazit des ÖAMTC-Experten: Integrierte Kindersitze sind Autofahrern zu empfehlen, die nur gelegentlich Kinder mit an Bord haben. Einen erstklassigen Kindersitz aus dem Zubehörhandel können sie nicht ersetzen. Für den Gebrauch wichtig ist, dass der Klappsitz die benötigte Gewichtsklasse abdeckt. Immerhin haben integrierte Kindersitze aber Sicherheitsvorteile gegenüber Kinder-Notsitzen ohne Rückenstütze und Gurtführung.

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