Bures: Forderungskatalog der SPÖ zur Frauengesundheit

Frauengesundheitszentrum und Frauengesundheitsbeauftragte in jedem Bundesland

Wien (SK) - SPÖ-Bundesgeschäftsführerin Doris Bures wertet es als grundsätzlich sehr positiv, dass beim aktuellen EU-Gesundheitsministerrat das Thema Frauengesundheit in den Mittelpunkt gerückt wird. Sie erwartet sich allerdings von Gesundheitsministerin Rauch-Kallat "mehr als die Erkenntnis, dass Frauen anders sind und andere gesundheitliche Probleme haben". Bisher seien von der Regierung keine Schritte gesetzt worden, um "gender medicine" und Frauengesundheitsprogramme, die das Ziel haben, die medizinischen und sozialen Unterschiede zwischen Männern und Frauen zu berücksichtigen, umzusetzen. Gegenüber dem SPÖ-Pressedienst präsentierte Bures am Dienstag einen Forderungskatalog der SPÖ, der u.a. ein Ende der unsozialen Selbstbehalte, ein Frauengesundheitszentrum und eine Frauengesundheitsbeauftragte in jedem Bundesland und die Aufnahme von "gender medicine" und der genderspezifischen Lehre im Universitätsgesetz enthält. ****

"Der Prototyp der Medizin ist nach wie vor der Mann. Nicht nur die personelle Besetzung der Spitzenmedizin ist männlich dominiert, auch medizinische Forschung, Diagnosestellung und Therapie orientieren sich am Mann - mit der Folge, dass Frauen leider immer wieder eine schlechtere Behandlung als Männer bekommen", so Bures.

Dieses Wissen müsse in konkreten politischen Maßnahmen münden, "Lippenbekenntnisse sind zu wenig", so die SPÖ-Bundesgeschäftsführerin. Sie fordert deshalb weiters mehr Frauenförderung für die medizinische Forschung und die verpflichtende Aufnahme von ebenso vielen Frauen wie Männern in Arzneimitteluntersuchungen. Während letzteres etwa in Deutschland seit zwei Jahren geregelt ist, wurde es in Österreich trotz mehrmaliger Änderungen beim Arzneimittelgesetz noch nicht verankert.

Weitere Forderungen: Die Erhebung und Analyse von Gesundheitsdaten muss "gegendert" werden. Und: Mehr Frauen müssen in medizinischen Führungspositionen unterkommen. Hier liegt Österreich in der EU weit abgeschlagen, etwa hinter Portugal und der Türkei.

Bures verweist schließlich auf die jüngste Aussage der Univ.-Prof. Karin Gutierrez-Lobos im "Kurier", wonach Selbstbehalte eine Zwei-Klassen-Medizin bewirken, die vor allem Frauen negativ betreffen. "Die Gesundheitspolitik der Regierung beschränkt sich auf neue Selbstbehalte; mittlerweile zählt Österreich im EU-Vergleich beim Ausmaß der Selbstbehalte zur traurigen Europa-Spitze", so Bures. Sie fordert ein Ende der unsozialen Selbstbehalte und einen Kurswechsel in Richtung solidarische Finanzierung des Gesundheitssystems. (Schluss) se

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