GBH zur S1-Fertigstellung: Eigenlob von Gorbach und Lückler unangebracht!

Rekordbauzeit vor Gesundheit der Bauarbeiter?

Wien (GBH/ÖGB) - Die Gewerkschaft Bau-Holz (GBH) begrüßt die Fertigstellung der S1 im Sinne der Sicherheit der Autofahrer und der Entlastung der Menschen in Wien. Als Interessenvertretung und Kämpfer für die Gesundheit der Tausenden Bauarbeiter ist es für die GBH jedoch besonders verwerflich, wenn sich BM Gorbach und Vorstandsdirektor Lückler für die in "Rekordbauzeit" fertiggestellte S1 Eigenlob erteilen.++++

Johann Driemer, Bundesvorsitzender der Gewerkschaft Bau-Holz und ÖGB-Vizepräsident: "BM Gorbach und Vorstandsdirektor Lückler verkünden hier eine `Frohe Botschaft´, vor allem mit dem Hinweis, dass die ASFINAG durch die engen Baufertigstellungstermine die S1 um 8 Monate früher fertig stellen konnte. Für die Bauarbeiter ist das jedoch keineswegs eine so frohe Botschaft. Offensichtlich haben weder der Herr Bundesminister noch der Vorstandsdirektor der ASFINAG eine Ahnung davon - oder kein Interesse daran, welchen Gesundheitsgefahren die Bauarbeiter durch den exzessiven Bautermindruck und die extreme Schwerarbeit im Tiefbau ausgesetzt sind."

Die GBH fordert deshalb seit Jahren gesundheitsschonende Baufertigstellungstermine. Driemer: "Hier hätte gerade der öffentliche Auftraggeber seine gesundheitspolitische und gesamtvolkswirtschaftliche Verantwortung wahrzunehmen. Dazu kommt noch, dass gerade die Bauarbeiter durch die derzeitige Bundesregierung verursacht im Pensionsrecht deutliche Einbußen hinnehmen müssen und von Frau BM Haubner auch noch mit einer sogenannten Schwerarbeitsregelung verhöhnt werden, die an den Bauarbeitern komplett vorbeigeht!"

Driemer abschließend: "Nicht Eigenlob für das `tolle Projekt und die Rekordbauzeit´ ist hier angebracht, Herr Bundesminister und Herr Vorstandsdirektor, sondern ein besonderer Dank an die vielen schwer arbeitenden Bauarbeiter für ihre Leistungen. Das fehlt in Ihrer Aussendung vollständig. Herr BM Gorbach, gerade Sie als öffentlicher Auftraggeber haben auf einwandfreie Bauprojekte mit hoher Qualität von der Ausschreibung bis zur Fertigstellung zu achten. Dazu gehören auch Fertigstellungstermine, die ohne unmenschlichen Termindruck zu erreichen sind und Maßnahmen, damit die Bauarbeiter sich nicht kaputt arbeiten müssen. Sorgen Sie stattdessen dafür, dass baureife Projekte rascher in die Umsetzungsphase kommen und sparen Sie dort Zeit. Ihr Dank an die Bauarbeiter für die Leistungen beim Bau der S1 und für die vielen anderen Bauprojekte, die dank der ausgezeichneten Arbeit der Bauarbeiter den Menschen heute das Leben erleichtern, sollte zumindest so weit gehen, dass Sie Ihre Regierungskollegin BM Haubner auffordern, mit ihrer sogenannten Schwerarbeitsregelung zurück an den Start zu gehen. Es muss endlich eine Schwerarbeitsregelung geschaffen werden, die diesen Namen auch verdient und deren Anspruchsvoraussetzungen auch die Bauarbeiter erfüllen können."

ÖGB, 19. April 2006
Nr. 258

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