Neues Volksblatt: "Erneuerung" (von Markus Ebert)

Ausgabe vom 19. April 2006

Linz (OTS) - Beim Rücktritt von Fritz Verzetnitsch als ÖGB-Präsident war die Meldung kaum über die Agentur gerattert, als SPÖ-Vorsitzender Alfred Gusenbauer dem über die BAWAG-Affäre Gestolperten nur das Beste nachsagte.
Nach der gestrigen Rücktrittsankündigung von Rudolf Nürnberger, immerhin gewichtiger FSG-Chef, herrschte beredtes Schweigen. Kein Bedauern, kein Verständnis, kein Lob für seine Verdienste um die Gewerkschaftsbewegung im Allgemeinen und um die Fraktion Sozialdemokratischer Gewerkschafter (FSG) im Besonderen. Nichts, die SPÖ schwieg. Dabei war Gusenbauer letztlich erst durch Nürnbergers Weigerung 1999/2000, den ÖVP-SPÖ-Koalitionspakt zu unterzeichnen, an die Parteispitze gespült worden.
Nürnbergers Ansinnen, Jüngeren für die Totalreform des ÖGB Platz zu machen, ehrt ihn zwar für diesen ehrlichen Befund - schließlich bestimmte er lange genug die ÖGB-Geschicke maßgeblich mit -, wird aber durch die Erledigung der Nachfolge konterkariert. Auch Neo-Metaller-Chef
Foglar ist als ÖGB-Angestellter Teil (und Ursache?) des zu reformierenden Systems. Zeichen der Erneuerung sehen anders aus.

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