"Vorarlberger Nachrichten" Kommentar: "Klimawandel" (Von Kurt Horwitz)

Ausgabe vom 19.04.2006

Wien (OTS) - Rücktritte können die Entschärfung von Problemen erleichtern. Wer Köpferollen aber schon für die Lösung selbst hält, wird meist enttäuscht sein. Dafür braucht es bessere Konzepte und neue Chefs, die die Pläne auch verwirklichen können.
Bei den Gewerkschaften ist man in Phase eins stecken geblieben. Die Rücktritte von Präsident Verzetnitsch und des mächtigen Metaller-Chefs Nürnberger waren notwendig. Das Bawag-Debakel war aber nur der Auslöser, nicht die Ursache der Probleme, in denen die Gewerkschaften derzeit stecken.
Die Arbeitnehmervertreter haben den Wandel in der Arbeitswelt verschlafen. Deshalb fühlen sich immer weniger Menschen von den Gewerkschaften vertreten, und die Mitglieder laufen in Scharen davon.

Signale der Erneuerung waren bisher kaum zu vernehmen: Rudolf Hundstorfer, der Spitzenvertreter der privilegienverwöhnten Wiener Gemeindebediensteten wird ohne Wahl durch den Bundeskongress neuer ÖGB-Präsident. Erich Foglar, Kronprinz und engster Vertrauter des bisherigen Metaller-Chefs wird Nürnberger-Nachfolger.
So wird der dringend notwendige Klimawandel nicht zustande kommen. Dazu braucht es jüngere Personen, neue Ideen und neue Zugänge. Das gab jedenfalls der scheidende Metallerboss der Gewerkschaft gestern mit auf den Weg. Schade nur, dass davon bisher so wenig zu bemerken ist.

Rückfragen & Kontakt:

Vorarlberger Nachrichten
Chefredaktion
Tel.: 0664/80588382

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | PVN0001