SJÖ zu Zivildienst: Zwangsdienst darf nicht ausgeweitet werden!

Dvorak: In welchem Rechtsstaat leben wir, in dem ein Sozialkonzern die Bereitstellung von ZwangsarbeiterInnen fordern kann?

Wien (SK) - Als höchst widersprüchlich erachtet Ludwig Dvorak, Vorsitzender der Sozialistischen Jugend Österreich (SJÖ), dass erst vor kurzem eine Zivildienstverkürzung beschlossen wurde und das Rote Kreuz nun wieder eine Ausweitung des Zwangsdienstes fordert. Dvorak nimmt Bezug auf die Aussagen des stellvertretenden Generalsekretärs des Roten Kreuzes Werner Kerschbaum, der sich in der Wochenendausgabe des "Standards" eine Debatte für einen verpflichtenden Sozialdienst für junge Männer und Frauen wünscht. ****

"Es ist schon mehr als skurril, wenn zur Aufrechterhaltung des Sozialsystems junge Männer zwangsverpflichtet werden, die keinerlei berufliche Qualifikation haben und selbst außerhalb dieses Systems stehen, sprich moderne Sklavenarbeit verrichten. Den Gipfel der Frechheit bildet aber die Forderung, auch noch Frauen einzubinden. Denn diese leisten in der Gesellschaft ohnehin schon mehr als zwei Drittel der bezahlten und unbezahlten Arbeit und das bei einem Drittel weniger Lohn als der männliche Durchschnitt", so Dvorak am Dienstag gegenüber dem Pressedienst der SPÖ.

Für Dvorak ist die Finanzierung der sozialen Dienste eine Frage der politischen Prioritätensetzung: "Es ist anscheinend kein Problem, zusätzliche Mittel für das Militär bereit zu stellen. Geht es aber darum, Zivildienern ein Mittagessen zu zahlen, braucht es sechs Jahre, um eine nicht einmal annähernd zufriedenstellende Lösung zu finden."

Dvorak zweifelt auf jeden Fall daran, dass es eine sinnvolle Idee ist, den Sozialbereich mehr und mehr auf den privaten Sektor auszulagern: "In welchem Rechtsstaat leben wir eigentlich, in dem irgend ein Sozialkonzern die Bereitstellung von ZwangsarbeiterInnen fordern kann?"

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