Neue Studie: 30% der österreichischen Bevölkerung leidet an chronischen Schmerzen

Hilfswerk und Österreichische Schmerzgesellschaft starten gemeinsame Aktion gegen den chronischen Schmerz

Wien (OTS) - Eine neue Exklusiv-Studie des Fessel-Instituts im Auftrag des Hilfswerks und der Österreichischen Schmerzgesellschaft, die heute, Dienstag, bei einer Pressekonferenz in Wien präsentiert wurde, besagt, dass mehr als 30% der österreichischen Bevölkerung an chronischen Schmerzen leidet. In vielen Fällen sind auch Unkenntnis, Bequemlichkeit und Zeitmangel die Ursache. Denn 33% aller vom Schmerz betroffenen Österreicherinnen und Österreichern warten mehr als 6 Monate bis sie zum Arzt gehen, laut Rudolf Likar, Präsident der Österreichischen Schmerzgesellschaft, viel zu lange, sodass in vielen Fällen die Schmerzen bereits chronisch geworden sind und sich daher die Heilungschancen stark verschlechtert haben.

93% der Bevölkerung wünschen sich eine Zusammenarbeit zwischen Arzt und Pflege bei der Schmerztherapie, und auch die Ärzte selbst schätzen die Kooperation mit der Pflege, vor allem hinsichtlich Compliance (die Bereitschaft, eine medizinische Empfehlung zu befolgen) und bei Veränderungen beim Patienten. "Ein klarer Auftrag an das Hilfswerk, sich noch mehr im Kampf gegen den Schmerz zu engagieren", sagt Hilfswerk-Präsident Othmar Karas. "Uns ist klar, welche Verantwortung dem Hilfswerk als größtem österreichischen Pflegedienst im mobilen Bereich als Bindeglied zwischen Arzt und Betroffenem zukommt. Wir werden auch täglich mit den Nöten und Ängsten der Patienten konfrontiert und wollen daher das Bestmögliche für sie erreichen."

Erika Wagner, Pflegedienstleiterin im Hilfswerk, stellte bei der Pressekonferenz gleich die Werkzeuge vor, mit denen das Hilfswerk anlässlich der Jahresinitiative PFLEGEJAHRE. LEBENSJAHRE. interessierte Menschen informieren wird: Schmerzlineal und Schmerztagebuch, die ganz einfach zu bedienen sind und als wertvolle Grundlage für den Arztbesuch dienen. Sie können direkt und kostenlos bei einer der 63 Stationen der Hilfswerk-Infotour bezogen werden, die am Freitag, den 21. April, in Klagenfurt beginnt und bis 19. November quer durch Österreich führt. Aber auch telefonisch können Betroffene die Materialien kostenlos anfordern: 0800 800 820.

Das Hilfswerk ließ bei der Pressekonferenz mit einer weiteren überraschend hohen Zahl aufhorchen: Die durchschnittliche Pflegedauer beträgt in Österreich bereits 7,5 Jahre! "Diese Zeitdauer wird vielfach unterschätzt", sagt Präsident Karas, "Deshalb ist es unsere Aufgabe die Menschen zu informieren, was auf sie zukommt und an die verantwortlichen Entscheidungsträger die zentralen Forderungen zu richten für geeignete Rahmenbedingungen zu sorgen:

1.) Über 80% der Menschen wollen zu Hause alt werden, daher müssen die mobilen Dienste ausgebaut werden. Derzeit sind die mobilen Dienste bei der Finanzierung im Vergleich zu stationären Diensten benachteiligt. Die künstliche Trennung von Gesundheits- und Sozialwesen ist zum Nachteil der Alterspflege, die dem Sozialwesen zugerechnet wird. Mobile Dienste sind auch ökonomischer, weil sie flexibler sind und vorhandene Infrastruktur leichter genutzt werden kann.

2.) Professionelle Hilfe wird von den Pflegebedürftigen und deren Angehörigen oft sehr spät geholt. Daher wäre ein Pflegeberatungsscheck zusätzlich zum Pflegegeld im Sinne der Prävention ein sehr wichtiges Instrument. Denn die Pflegebedürftigen und deren Angehörigen sind oft überfordert, und viel Unheil durch Pflegefehler könnte vermieden werden, wenn rechtzeitig Profis zu Rate gezogen würden.

3.) Es müssen auch Rahmenbedingungen für eine sinnvolle private Vorsorge geschaffen werden. Das Interesse der Menschen ist da. Steuerliche Anreize sind erforderlich", so Karas abschließend.

Partner der Hilfswerk-Initiative PFLEGEJAHRE. LEBENSJAHRE. sind s Versicherung, Erste Bank und Sparkassen sowie das Bundesministerium für Gesundheit und Frauen. Schirmherrin der Initiative ist die ehemalige Spitzensportlerin und ORF-Moderatorin Ingrid Turkovic-Wendl, die jetzt als Seniorensprecherin der ÖVP im Parlament fungiert.

Das Österreichische Hilfswerk ist mit seinen Landesverbänden und dem Hilfswerk Austria einer der größten österreichischen Anbieter sozialer Dienstleistungen. Es beschäftigt 7.370 MitarbeiterInnen und erwirtschaftet in den Geschäftsbereichen Hilfe und Pflege, Kinder-und Jugendbetreuung, sowie Beratung und Bildung einen Jahresumsatz von Euro 138 Millionen und ist auch als Hilfsorganisation in Krisengebieten sehr aktiv.

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Mag. Harald Blümel
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