Neues Volksblatt: "Realität" (von Werner Rohrhofer)

Ausgabe vom 15. April 2006

Linz (OTS) - Ostern ist das Fest der Auf-erstehung als der
zentralen Botschaft des Christentums. Auferstehung von den Toten widerspricht radikal jeder menschlichen Erfahrung, jeder "Realität". Dass es diese andere "Realität" gibt, das feiern wir an diesem Osterwochenende.
Spätestens am Dienstag geht's freilich wieder in einem anderen Ton. Da ist wieder der Realismus des Alltags gefragt. Und da hat "Auferstehung" keinen Platz. Da bleibt kein Raum für die Auferstehung aus jener Haltung, die nur den eigenen Vorteil sieht. Für die Auferstehung aus der Erfahrung, dass "man nehmen muss, was man kriegen kann, weil einem nichts geschenkt wird". Oder in der Politik:
Hier ist realistischer Weise kein Spielraum für die Auferstehung aus jener Einstellung, die dem politischen Mitbewerber grundsätzlich misstraut und ihn zu diskreditieren sucht. Mit der Auferstehung kann man keine Wahlen gewinnen. Und in der Realität ist auch kein Platz für die Auferstehung jener Toleranz, die ein friedliches Miteinander von In- und Ausländern ermöglicht. Oder sollte es so sein, dass Ostern gerade den Glauben und das Handeln wider all diese Realitäten fordert?

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