ÖAMTC-Erhebung: Nur jeder fünfte Pkw hat einen Feuerlöscher an Bord

Potenzial vorhanden - Für jeden zweiten Lenker spricht eigentlich nichts gegen einen Löscher im Auto

Wien (OTS) - Ein Feuerlöscher sollte sich eigentlich an Bord jedes Fahrzeugs befinden. Die Realität schaut anders aus: In nur knapp 20 Prozent aller Pkw österreichweit wird ein Feuerlöscher mitgeführt, das zeigt eine aktuelle Erhebung bei knapp 3.000 Fahrzeugen an ÖAMTC-Stützpunkten österreichweit. Potenzial ist aber noch vorhanden:
Für 40 Prozent aller Pkw-Lenker ohne Feuerlöscher spricht grundsätzlich nichts gegen das Mitführen eines solchen im Auto, so das Ergebnis einer parallel durchgeführten, repräsentativen Telefonumfrage des ÖAMTC (Spectra) unter 726 österreichischen Autofahrern. "Durch entsprechende Bewusstseinsbildung könnte jeder zweite Autofahrer motiviert werden, einen Feuerlöscher mitzunehmen", zieht ÖAMTC-Verkehrstechniker Roman Michalek ein Fazit aus Erhebung und Umfrage.

Wer keinen Feuerlöscher an Bord hat, der begründet das in erster Linie mit mangelndem Platz (22 Prozent) und fehlenden Befestigungsmöglichkeiten (21 Prozent) im Auto. Ein unbefestigter Feuerlöscher könne bei einer Notbremsung durch das Auto fliegen, so ein häufiges Argument. "Die Umfrage zeigt deutlich, dass durch geeignete Einbaumaßnahmen seitens der Automobilindustrie wesentlich mehr Fahrzeuge mit Feuerlöscher ausgerüstet sein könnten", weiß Michalek. "Die Kosten für Anschaffung und Überprüfung sind zwar auch ein Grund (14 Prozent), aber deutlich weniger wichtig."

Zwei Drittel aller befragten Lenker erachten sogar eine gesetzliche Verpflichtung, einen Feuerlöscher mitzuführen, als "sehr sinnvoll" oder "eher sinnvoll". Die stärksten Befürworter haben allerdings schon jetzt einen Löscher im Auto, Lenker ohne Feuerlöscher stehen gesetzlichen Maßnahmen deutlich ambivalenter gegenüber. Ebenso zwei Drittel der Befragten halten eine gesetzlich verpflichtende Ausstattung von Neuwagen mit automatischen Löschanlagen für "sehr sinnvoll" oder "eher sinnvoll".

Um welche Feuerlöscherart es sich handelt, wissen die wenigsten

Interessantes Detail am Rande: Bei jenen, die einen Feuerlöscher im Auto mitführen, ist das Wissen, um welche Löscherart es sich dabei handelt, gering. Nur ein Drittel kann über Bauart (z.B. Schaumlöscher oder Pulverlöscher), Marke oder Größe spontan Auskunft geben, ein Drittel charakterisiert ihn als "kleinen Löscher" oder "Handfeuerlöscher", ein weiteres Drittel kann gar keine Angaben machen.

Effektiver Brandschutz muss Standard werden

Jeden Tag brennen zumindest fünf Fahrzeuge - Pkw und Lkw - auf Österreichs Straßen. Hauptursachen der Brände (laut ÖBFV, Österreichischer Bundesfeuerwehrverband) sind in erster Linie Unfälle, aber auch Überhitzung von Bremstrommeln oder Katalysator, Vergaserbrand oder undichte Ölleitungen. Mit einem Feuerlöscher, der im Auto mitgeführt wird, und dem nötigen Wissen zum richtigen Gebrauch, kann man sich selbst helfen und im Notfall sogar Leben retten. Gemeinsame Tests von ÖAMTC und ÖBFV haben gezeigt, dass man auch mit Minimallösungen, wie z.B. einem 500-Gramm-Schaumlöscher, dazu beitragen kann, einen Entstehungsbrand wirkungsvoll einzudämmen.

"Dem Thema Fahrzeugbrand muss mehr Beachtung geschenkt werden. Europaweite Standards sind längst überfällig", sagt Michalek. Der ÖAMTC hat anlässlich der EU-Ratspräsidentschaft Österreichs ein entsprechendes Brandschutz-Paket geschnürt:

* Der ÖAMTC fordert von der EU die Festlegung genormter Halterungen für 2-kg-Norm-Feuerlöscher. Derzeit scheitert der Einbau von Feuerlöschern oft daran, dass im Fahrzeuginneren die Beinfreiheit des Beifahrers eingeschränkt wird. Im Kofferraum montierte Handfeuerlöscher nehmen viel Platz in Anspruch und können bei unsachgemäßer Montage bei einer Notbremsung zum gefährlichen Geschoß werden.

* Außerdem sollen alle neuen Kfz verpflichtend mit Lösch- und Crashsystemen ausgerüstet werden, die im Ernstfall automatisch Strom-und Kraftstoffzufuhr unterbinden, sodass die Gefahr des Brandausbruchs minimiert und ein Brand auch gelöscht werden kann.

Setzt man die Forderungen des ÖAMTC auf nationaler und EU-Ebene um, könnten über 90 Prozent der Fahrzeugbrände vermieden bzw. die Folgen minimiert werden.

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