Neues Volksblatt: "Signal" (von Markus Ebert)

Ausgabe vom 13. April 2006

Linz (OTS) - Vor drei Wochen offenbarte die BAWAG-Führung das
ganze Ausmaß der karibischen Geschäfte. Seither ist beim Eigentümer ÖGB Feuer am Dach. Viel ist von Strukturerneuerung und Effizienzsteigerung die Rede, man hat die Zahl der Präsidenten-Stellvertreter von sechs auf vier reduziert, man will Frauen verstärkt positionieren und vieles andere. Man gesteht Reformbedarf ein, doch die entscheidende Frage - nämlich die nach der gewerkschaftlichen Existenzberechtigung - klammert man ängstlich aus. Selbstverständlich gibt es gute Argumente für die Existenz von Gewerkschaften, doch es gab in den letzten Wochen keine solchen Erklärungsversuche an die Adresse der einfachen Mitglieder. Irgendwelche Vorteile - billiger Urlaub im Ferienheim, günstigere Eintrittskarten für Kulturveranstaltungen, Rabatte beim Reifenhändler - bekommt man auch als Mitglied anderer Vereine. Und mit arbeitsrechtlichen Problemen kann sich der Einzelne an die Arbeiterkammer wenden, wo er ohnehin Pflichtmitglied ist.
Bliebe die Frage der Existenzberechtigung im Reformprozess ausgeklammert, wäre das ein ganz schlechtes Signal.

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