"Vorarlberger Nachrichten" Kommentar: "Wasserschaden" (Von Kurt Horwitz)

Ausgabe vom 13.04.2006

Wien (OTS) - Das Hochwasser der letzten Tage in Ostösterreich hat nicht nur den Betroffenen, sondern offenbar auch den Politikern schwer zugesetzt. Mit den gegenseitigen Schuldzuweisungen begonnen hat SPÖ-Klubobmann Josef Cap. Er hat Bundes- und niederösterreichischen VP-Politikern "Verhöhnung der Opfer" vorgeworfen. Die Eröffnung von Kreisverkehren sei ihnen wichtiger gewesen als die Sanierung kaputter Schutzdämme.
Da kann ÖVP-Generalsekretär Reinhold Lopatka nicht zurückstehen. Landeshauptmann Pröll sei sofort bei den Betroffenen gewesen, während SP-Chef Gusenbauer die Karwoche "im Jet-Set-Ambiente im spanischen Marbella" verbringt. Schuld an den Schäden seien überdies die "roten" Landesräte, die in Niederösterreich bis 2003 für den Hochwasserschutz verantwortlich waren.
Man kann nur hoffen, dass die Hochwasseropfer derzeit Wichtigeres zu tun haben, als sich um derartige Ergüsse zu kümmern. Rasche Hilfe ist jetzt notwendig, sonst nichts.
Katastrophentourismus von Politikern, egal welcher Partei, ist entbehrlich. Wir wissen auch längst, dass Alfred Gusenbauer ein zwar ambitionierter, aber kein sehr einfühlsam agierender Politiker ist. Ob und wo er Urlaub macht, geht aber niemanden etwas an - am wenigsten die ÖVP.
Das Wasser, das einigen Politikern da ins Hirn gestiegen sein dürfte, hätte ruhig etwas tiefer stehen bleiben können. Hauptsache, es hätte sie gehindert, den Mund aufzumachen.

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