Häupl zu Bawag-Skandal: "Parteiausschlüsse stehen zur Diskussion."

Michael Häupl erklärt in NEWS, dass Elsner, Verzetnitsch und Co. aus SPÖ und ÖGB fliegen könnten, empfiehlt der SPÖ bei Platz zwei die Oppositionsrolle.

Wien (OTS) - In einem Interview mit der Donnerstag erscheinenden Ausgabe des Nachrichtenmagazins NEWS erklärt Wiens Bürgermeister Michael Häupl auf die Frage, ob man die Verantwortlichen für den Bawag-Skandal wie Elsner oder Verzetnitsch aus der SPÖ ausschließen könnte: "Das sind alles Dinge, die momentan in Diskussion stehen. Auch die Gewerkschaftsmitgliedschaften. Das wird man zu gegebener Zeit überlegen."

Auf die Frage, ob die SPÖ derzeit nicht regierungsfähig sei wie Erwin Pröll erklärt hatte, meint Häupl: "Bei aller Sympathie. Da irrt Erwin Pröll Ich kann nicht nachvollziehen, worin der Nachteil eines Kanzlers Gusenbauer gegenüber Schüssel liegen soll, der als amtierender Kanzler laut Umfragen nur mit 37 zu 28 Prozent führt. Pröll und ich kämen bei Direktwahlen wohl 70 Prozent. So gesehen imponiert mir Schüssels Leistung überhaupt nicht."

Die SPÖ jedenfalls solle "nur dann mitregieren, wenn sie einen Wählerauftrag bekommt. Der kann nur darin bestehen, stimmen- und mandatsstärkste Partei zu sein, woran ich fest glaube." Alles andere sähe Häupl als "Wählerauftrag, die Kontrollfunktion als Opposition auszuüben." Auf die Frage, ob die SPÖ also bei Platz zwei nicht als Juniorpartner einer großen Koalition zur Verfügung stünde, erklärt Häupl: "Meine Empfehlung an die SPÖ wäre das. So ist es."

Angesprochen auf sein Verhältnis zu Erwin Pröll, erklärt Häupl:
"Das Verhältnis zwischen Wien und Niederösterreich ist ungebrochen hervorragend. Wir sind beide Profis. Warum Erwin Pröll die Rolle des schwächelnden Parteisekretärs Lopatka übernimmt, weiß ich nicht. Ob die Wähler die Verwechslung der Funktion des Landeshauptmanns mit der des Parteisekretärs goutieren, wage ich zu bezweifeln. Das sage ich als Freund und jemand, der auch gelegentlich pointiert formuliert."

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