Die Rückkehr der acht Gesellen des Hephaistos Arbeiten an den historischen Kaminen des Parlaments schreiten voran

Wien (PK) - Mehr als ein Jahr hat ihr "Kuraufenthalt" in einer Restaurierungswerkstätte gedauert. Jetzt sind sie an ihren ursprünglichen Platz zurückgekehrt, um fortan wieder aus rund 30 Meter Höhe mit ernstem Blick das Geschehen rund ums Parlament zu verfolgen. Die Rede ist von den Gesellen des Hephaistos, acht lebensgroßen metallenen Figuren, die die zwei historischen Dampfschornsteine des Parlaments zieren.

Die Behandlungen, denen die insgesamt 5,8 Meter hohen
Kaminaufsätze aus Gusseisen in den letzten Monaten unterzogen wurden, waren umfangreich. Ein Restauratorenteam rund um
Elisabeth Krebs musste nicht nur verrostete Schrauben und Verhängungslaschen austauschen und die Stützkonsolen sanieren
bzw. neu anfertigen, sondern auch zahlreiche unsachgemäß durchgeführte Altreparaturen wieder rückgängig machen.

So wurden in den vergangenen Jahrzehnten nicht nur die meisten Gusseisenteile mehrfach übermalt, sondern auch viele von außen sichtbare Verschraubungen angebracht und die Fugen zwischen den Gussteilen dick verkittet. Das fehlende Abdeckblech am Rücken
einer Figur war mit Zement verschlossen, am unteren Ornamentring hatte man einen Löwenkopf aus Zink ergänzt. Um ähnliche Fehler zu vermeiden, wurden die laufenden Sanierungsarbeiten unter Einbeziehung des Bundesdenkmalamtes durchgeführt.

Mit der Rückkehr der Kaminaufsätze sind die aufwändigen Sanierungsarbeiten an den historischen Schornsteinen allerdings
noch nicht abgeschlossen. In den nächsten Wochen müssen noch zahlreiche kleinere Zierelemente montiert und verschiedene Beschichtungen aufgetragen werden. Zum Abschluss sind Vergoldungsarbeiten in Aussicht genommen, um den Kaminaufsätzen
ihr historisches Erscheinungsbild wiederzugeben. Bis spätestens Mitte Juli sollten die Kamine dann wieder in ursprünglichem Glanz erstrahlen.

Die prachtvolle Ausgestaltung der beiden Dampfschornsteine ist übrigens Parlaments-Architekt Theophil Hansen zu verdanken. Er hatte keine rechte Freude mit den beiden Schloten, weil sie
seiner Auffassung nach das ästhetische Gesamtgefüge des Hauses empfindlich störten, aber da sie für die Heizungsanlage unabdingbar waren, machte er aus der Not eine Tugend und
verpasste ihnen die Form einer ionischen Säule, auf die er monumentale Zieraufsätze mit Muschelvoluten, Palmetten, Blattornamenten, Löwenköpfen und lebensgroßen Figuren setzen ließ.

Dass er für den figuralen Schmuck gerade die Gesellen des Hephaistos auswählte, ist wohl kein Zufall, und auch nicht, dass diese aus Metall gefertigt wurden. Ist doch Hephaistos in der griechischen Mythologie die Personifikation des aus der Erde brechenden Feuers und der Schutzgott der Schmiedekunst, der, gemeinsam mit seinen Gehilfen, die Attribute der Götter fertigte:
etwa die Rüstung des Ares, den Bogen der Artemis, die Pfeile des Eros und das Zepter des Zeus.

Ganz ohne Funktion sind die beiden Dampfschornsteine im Übrigen auch heute nicht. Die historische Heizkesselanlage ist zwar schon seit dem Anschluss des Parlamentsgebäudes an das Fernwärmenetz nicht mehr in Betrieb, einer der Kamine ist aber nach wie vor
Teil des Reservekesselhauses. Und der zweite dient - für den Fall des Falles - als "Auspuff" für das im Haus befindliche Notstromaggregat. (Schluss)

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