Neues Volksblatt: "Klassisch" (von Michaela Ecklbauer)

Ausgabe vom 10. April 2006

Linz (OTS) - Warm anziehen wird sich der neue ÖGB-Präsident Rudolf Hundstorfer müssen, wenn Eisenbahnergewerkschafter Wilhelm Haberzettl beginnt, seine Kampfeslust in den eigenen Reihen auszuleben. Was er vom derzeitigen Zustand des ÖGB hält, hat er bereits laut kundgetan, auch dass die längst überfällige Reform bisher an den handelnden Personen gescheitert sei. Ist der Bann einmal gebrochen, trauen sich auch andere - wie erste öffentliche Zurufe aus den Ländern beweisen -Kritik zu üben.
Jetzt hat es Hundstorfer in der Hand, seine Mannen im Zaum zu halten und dem ÖGB durch eine gelungene Reform wieder mehr Glaubwürdigkeit zu verhelfen. Dass er nur im kleinen Kreis bestellt und nicht wie ursprünglich geplant auf einem Bundeskongress gewählt wurde, vereinfacht das Vorhaben keineswegs.
Auch nicht, dass er heute schon Konsequenzen gegen das einsame Handeln seines Vorgängers ausschließen kann, aber nicht, dass es zu einem Personalabbau kommen könnte. Klassisch ist, für Fehlentscheidungen werden nicht jene zur Verantwortung gezogen, die sie verursacht haben, sondern ausbaden müssen es die Mitarbeiter.

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