"profil": Hypo Alpe-Adria-Affäre könnte Konsequenzen haben

Fragwürdiges Folgegeschäft zur Verschleierung der Verluste abgeschlossen - für Bilanz 2004 könnte nötige Eigenkapitalausstattung fehlen

Wien (OTS) - Wie das Nachrichtenmagazin "profil" in seiner Montag erscheinenden Ausgabe berichtet, könnte die Spekulationsaffäre bei der Hypo Alpe-Adria-Gruppe schwerwiegende Konsequenzen nach sich ziehen. Sollte die Bank nun, wie von der Finanzmarktaufsicht verlangt, die Verluste aus den Swap-Geschäften zur Gänze in der Bilanz 2004 verbuchen müssen, könnte ihr für dieses Jahr die nötige Eigenkapitalausstattung fehlen.

Das entstandene Minus durch Auflösung stiller Reserven, etwa mittels Aufwertung der bankeigenen Leasinggesellschaft, auszugleichen, wie dies Hypo-Chef Wolfgang Kulterer angedeutet hat, ist nämlich für die Bilanz 2004 nicht mehr möglich. Die Bank wird zwar die entstandenen Spekulationsverluste nachträglich in der Bilanz 2004 berücksichtigen müssen, darf in den Büchern aber darüber hinaus keine Veränderungen mehr vornehmen. Das Unterschreiten der nötigen Eigenkapitalausstattung hat üblicherweise zur Folge, dass ein Kreditinstitut unter Aufsicht gestellt oder ihm sogar die Konzession entzogen wird. Dies dürfte im Nachhinein allerdings kaum geschehen.

Wie "profil" weiter berichtet, soll die Hypo zur Verschleierung der Swap-Verluste mit internationalen Investmentbanken, vor allem mit dem US-Investmenthaus Lehman Brothers, Folgekontrakte abgeschlossen haben, im Rahmen derer die Verluste gewissermaßen in Raten auf zehn Jahre getilgt werden. Die ebenfalls in Form von Swaps konstruierten Folgekontrakte stellen dem Wesen nach jedoch entsprechen ihrem Wesen nach jedoch Krediten, welche nichts an der Notwendigkeit zur Berücksichtigung der eingetretenen Verluste in der Bilanz 2004 ändern.

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