Prammer: Freud prägte das internationale intellektuelle Ansehen Wiens

Wien (SK) - Die Zweite Nationalratspräsidentin Barbara Prammer eröffnete am Freitag im Parlament das Symposion "Psychoanalyse, Gesetz und Demokratie" zu dem sie gemeinsam mit dem Institut für Geschichte der Universität Wien, der Wiener Psychoanalytischen Vereinigung und dem Wiener Arbeitskreis für Psychoanalyse anlässlich des 150. Geburtstages Sigmund Freuds einlud. Prammer konzentriere sich darauf, Veranstaltungen zu bieten, welche Gelegenheit geben, die Zeit des Nationalsozialismus aufzuarbeiten. Freud sei in Österreich zu wenig Beachtung geschenkt worden, so Prammer. ****

Die Zweite Nationalratspräsidentin dankte John Kafka, Evelyne List und Sabine Götz für die Teilnahme am Symposium. Es sei mittlerweile schon eine "große Regelmäßigkeit, dass meine Veranstaltungen sich darauf konzentrieren, Gelegenheiten zu bieten, um das dunkelste Kapitel unserer Geschichte, den Nationalsozialismus, aufzuarbeiten", erklärte Prammer bei der Eröffnung. Österreich habe einen enormen Verlust durch den Antisemitismus erlitten und es sei erschütternd und untolerierbar, dass dieser bis heute nicht aus der Welt sei, unterstrich Prammer. Besonders Sigmund Freud habe den "internationalen intellektuellen Ruf der Stadt Wien" geprägt, trotzdem habe man ihm in Österreich zu wenig Beachtung geschenkt, bemängelte die Zweite Nationalratspräsidentin. Mit dem Antisemitismus im Wiener öffentlichen Leben und mit der Auflösung der Wiener Vereinigung der Psychoanalyse 1938 sei die psychoanalytische Kultur vertrieben worden.

Erfreut zeigte sich Prammer über die "Wiener Zeitschrift zur Geschichte der Neuzeit", welche ebenfalls präsentiert wurde; da sie "durch und durch Frauenpolitikerin" sei, habe ihr der Beitrag über Margarete Hilferding, die 1903 als erste Frau in Medizin promovierte, besonders gefallen. Ihren besonderer Dank sprach sie hier List aus, sie habe sich intensivst mit Hilferding beschäftigt und sei mit verantwortlich dafür, dass bald ein Hof in Favoriten Hilferdings Namen tragen werde. Prammer versicherte abschließend, "immer wieder solche Veranstaltungen zu bieten" und dankte allen Symposiumsteilnehmern für ein "höchst politisches" Referat. (Schluss) ar

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