"Neue Kärntner Tageszeitung" - KOMMENTAR von Claudia Grabner: Lehrbeispiel in zwei Akten

Klagenfurt (OTS) - Was kann eine Großpartei wie die SPÖ von einer "Zwergenpartei, die außerhalb Kärntens von niemandem wahrgenommen wird" (Zitat Politologe Pelinka), also dem BZÖ, lernen? - Einiges! Beispielsweise die Kaltschnäuzigkeit, die in Zeiten wie diesen, da sich die Politik über den Mut zur Inszenierung definiert, politische Kategorie geworden ist. Insbesondere gemeint ist die Ignoranz von Realitäten, die Verniedlichung von Problemen.

Um ein letztes Mal die Bankenaffäre zu strapazieren: BZÖ-Chef Jörg Haider hat SPÖ-Chef Alfred Gusenbauer ein Lehrbeispiel in zwei Akten vorexerziert. Akt eins: Wie schlachtet man eine Affäre (Bawag) politisch derart gekonnt aus, dass der rote Eigentümer ÖGB in einer Nacht-und-Nebel-Aktion seinen milliardenschweren Besitz verscherbeln will? Akt zwei: Wie verharmlost man einen Skandal (Hypo) in atemberaubender Alles-ist-in-Ordnung-Wut, die den neutralen Beobachter zum Täter macht?

Man muss schon ein gewiefter Stratege sein (was Haider zweifellos ist), um auf Knopfdruck vom rundumschlagenden Angreifer zum bemitleidenswerten Opferlamm (die Affäre sei ein "von Wiener Feinden inszenierter Komplott"; die verspekulierten Millionen seien "übliches Bankgeschäft"; "so etwas passiert halt") zu switchen. Es ist schon klar: Chamäleon-Politik ist nicht jedermanns Sache. Und das ist gut so ...

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