Betriebs- und Kammerräte: Tumpel muss politische Verantwortung übernehmen

Starker Vertrauensverlust in Arbeiterkammer und ÖGB

Wien, 7. April 2006 (ÖVP-PK) "In den vergangenen Tagen mussten wir einen starken Vertrauensverlust in Arbeitkammer und ÖGB feststellen", erklärte der Wiener Landtagsabgeordnete, Vorstandsmitglied der Wiener Arbeiterkammer und ÖAAB-Landesgeschäftsführer, Alfred Hoch, heute, Freitag im Rahmen einer Pressekonferenz, bei der aktive Betriebsräte von ihren Erfahrungen an der Basis berichteten. Der Grund für den "großen Unmut an der Basis" liege klar auf der Hand: Die enge Verflechtung zwischen ÖGB und AK im BAWAG-Skandal sowie die undurchsichtige Rolle des AK-Präsidenten Tumpel in seiner BAWAG-Aufsichtsratszeit von 1987 bis 1997. "Tumpel sollte daher endlich seine politische Verantwortung wahrnehmen", forderte Hoch. ****

Christine Marek, Abg.z.Nr. und Betriebsratsvorsitzende im High-Tech-Unternehmen "Frequentis", schloss sich dem an: "Tumpel ist einer, der nach dem Motto 'Wasser predigen und Wein trinken' immer über Neoliberalismus und 'Heuschrecken-Kapitalismus' wettert, selbst aber total die Bodenhaftung verloren hat." Die ehrenamtlich engagierten Betriebsräte stünden dagegen mitten im Arbeitsleben, wogegen Tumpel und viele FSG-Spitzenfunktionäre nach der Ausbildung in den ÖGB oder in die AK eingetreten seien und noch niemals wahre Arbeitsluft geschnuppert hätten, so Marek. Den sozialdemokratischen Gewerkschaftern warf Marek auch mangelndes Demokratieverständnis vor. So blockiere die FSG-Mehrheit den Wunsch der Minderheitenfraktion, Texte für die angeblich "unabhängigen" AK-Publikationen zu schreiben. Außerdem würden Schulungswillige gezwungen, der Gewerkschaft beizutreten, um AK-Schulungen in Anspruch nehmen zu können. Erschreckend sei zudem, dass in der Gewerkschaft der Privatangestellten (GPA) 43 Mitarbeiter gekündigt werden, damit "Privilegien und Einkommen der Bonzen und Spitzenfunktionäre finanziert werden können", kritisierte Marek.

Großer Unmut an der Basis

Brigitte Dolansky, Betriebsratsvorsitzende bei "Humanic", berichtete von vielen erbosten Anrufen von Kolleginnen, die ihren Unmut über die jüngsten Vorfälle im ÖGB und BAWAG lautstark kundtaten. "Wir müssen die Köpfe hinhalten und werden beflegelt, wofür wir nichts können. Die Bonzen sind sich keiner Schuld bewusst und treten als Retter in der Not auf und kassieren dafür noch saftige Abfertigungen und erhalten dann auch noch dementsprechend Pensionen", beklagte Dolansky.

Robert Traunwieser, Betriebsrat bei der "Bank Austria-Creditanstalt", assistierte: "Die Mitglieder fragen sich: Warum
soll ich einen ÖGB-Mitgliedsbeitrag zahlen, wenn die Herren abgehobene Gehälter und Pensionsrechte haben, von dem ich als kleiner Angestellter nur träumen kann." Walter Bilek, Betriebsrat bei der "Erste Bank", beschrieb das Problem der Mitglieder-Werbung:
"Es ist schwer, derartige Gagen und Abfindungen zu rechtfertigen, und dabei gleichzeitig neue Mitglieder zu gewinnen." Die
sogenannten "unabhängigen" und zu 90 Prozent von den Sozialisten dominierten ÖGB und AK dienten für viele Leute als Versorgungsposten. "Das sind Riesenunternehmen, die mit Top-Managern besetzt werden sollten", forderte Bilek abschließend.

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