Pröll: Produktionsausweitung für Biodiesel dient dem Klimaschutz

Spatenstich für Biodiesel-Anlage in Enns

Wien (OTS) - Im Hafen Enns findet heute, Freitag, der Spatenstich für die Errichtung einer Anlage zur Herstellung von Biodiesel statt. "Der Bau dieser Anlage ist ein wichtiger Beitrag für den Klimaschutz. Mit einer Produktionskapazität von 110.000 Tonnen pro Jahr wird ein Großteil des Bedarfs an Biodiesel abgedeckt. Das ist ein wesentlicher Schritt bei der Umsetzung der EU-Biokraftstoffrichtlinie in Österreich", sagte Umweltminister Josef Pröll.

Die EU-Biokraftstoff-Richtlinie wurde durch das Lebenministerium mit einer Substitutionsverpflichtung und einem beschleunigtem Zeitplan umgesetzt. Am 1. Oktober 2005 ist eine Substitutionsverpflichtung von 2,5% an Biokraftstoff oder anderen erneuerbaren Kraftstoffen für die gesamten im Bundesgebiet in Verkehr gebrachten oder verwendeten fossilen Otto- und Dieselkraftstoffes in Kraft getreten. 2007 erhöht sich diese auf 4,3 Prozent, 2008 auf 5,75 Prozent. Damit wird in Österreich der von der EU-Richtlinie geforderte Mindestanteil von 5,75 Pro an Biokraftstoffen bereits zwei Jahre früher 2008 statt 2010 erfüllt. Parallel dazu gibt es eine steuerliche Begünstigung von Kraftstoffen, die schwefelfrei sind und Bio-Beimischungen enthalten.

Die am 8. Mai 2003 vom Europäischen Parlament und vom Rat erlassene "Richtlinie zur Förderung der Verwendung von Biokraftstoffen oder anderen erneuerbaren Kraftstoffen im Verkehrssektor" soll die Verwendung von Biokraftstoffen oder anderen erneuerbaren Kraftstoffen als Ersatz für Otto- und Dieselkraftstoffen im Verkehrssektor in den einzelnen Mitgliedstaaten fördern. Diese Richtlinie fordert die Mitgliedsstaaten auf, Mindestanteile von Biokraftstoffen in ihren Märkten in Verkehr zu bringen und dafür nationale Richtwerte festzulegen. Als Bezugswert für die nationalen Richtwerte werden in der Richtlinie zwei Stufen genannt: 2 Prozent aller Otto- und Dieselkraftstoffe für den Verkehrssektor (gemessen am Energiegehalt) bis 31. Dezember 2005 sowie 5,75 Prozent bis 31. Dezember 2010.

Im Jahr 2004 waren in Österreich neun großtechnische und drei Pilot-Biodieselanlagen in Betrieb. Die Gesamtkapazität belief sich auf mehr als 100.000 Tonnen pro Jahr. Nach einer Abschätzung der Österreichischen Energieagentur wird sich die Anlagenkapazität für die Produktion von Biodiesel in den nächsten Jahren vervielfachen. 2006 ist mit einer Produktionskapazität von 187.000 Tonnen pro jahr zu rechnen, für 2007 belaufen sich die Schätzungen auf 353.000 Tonnen pro Jahr und 2008 auf 458.000 Jahrestonnen.

Die Anlage zur Herstellung von Biodiesel aus Rapsöl wird von der Raiffeisenlandesbank OÖ und J.C. Neckermann errichtet. Die OMV wird den dort erzeugten Biodiesel abnehmen und ihre Dieselkraftstoffe beimischen. Das Gesamtinvestitionsvolumen beträgt rund 35 Millionen Euro und wird im Sommer 2006 in Betrieb gehen.

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