EU-Lebensmittel- und Getränkeindustrie setzt auf GVO-Information

Gentechnik-freie Produktion teurer - Hersteller und Händler tragen Kosten

Wien (AIZ) - Auch die europäische Lebensmittel- und Getränkeindustrie setzt alles daran, um für die Konsumenten die vorgeschriebene Wahlfreiheit zwischen Lebensmitteln aus gentechnisch veränderter (GV-), herkömmlicher oder biologischer Landwirtschaft sicherzustellen. An welche Regelungen sich die Hersteller dabei zu halten haben beziehungsweise wie man den Verbrauchern die GV-Nahrung zunehmend schmackhaft machen will, erklärte Beate Kettlitz vom Verband der Lebensmittel- und Getränkeindustrie der EU (CIAA) gegenüber dem AIZ.

Gentechnik-Einsatz ist nicht gleich Gentechnik-Einsatz

Kettlitz wies darauf hin, dass in der EU sehr strenge Kennzeichnungsregeln herrschen. Die Einhaltung dieser werde von den Unternehmen mittels geeigneter Analytik selbst kontrolliert, insofern es sich um Produkte handle, wo die gentechnische Veränderung überhaupt noch nachgewiesen werden kann. Rohstoffe, die zum Beispiel aus Übersee kommen, würden auch bereits im Ursprungsland überprüft. Allerdings gebe es auch Erzeugnisse, wie zum Beispiel Speiseöle aus GV-Soja, wo ein Nachweis von modifizierten Eiweiß- und DNA-Molekülen nicht mehr möglich sei. Hier komme die Rückverfolgbarkeitskette zum Tragen. Das bedeutet, dass sich die Industrie mittels Dokumentation der Herkunft und der einzelnen Verarbeitungsschritte absichert, ob es sich um Produkte aus gentechnisch veränderter Produktion handelt und ob eine Kennzeichnung somit erforderlich ist.

Lebensmittel auf der Basis von gentechnikfreien Rohstoffen herzustellen, komme mittlerweile meist teurer. An die Konsumenten seien die Kosten auf Grund des starken Preiskampfes am Markt jedoch nicht weitergegeben worden. Diese wären von den vorgeschalteten Sektoren zu tragen, also den Produzenten und Händlern.

Viel Geld und Arbeit in Informationsmaßnahmen investiert

Um den Konsumenten die Angst vor gentechnisch veränderten Organismen zu nehmen und diese mehr und mehr salonfähig zu machen, setzt die Lebensmittel- und Getränkeindustrie auf gezielte Informationen. Dass die Diskussion und somit auch die Skepsis dadurch noch mehr angeheizt werde, hält die CIAA-Vertreterin für unwahrscheinlich. "Wir haben den Eindruck, dass sich das Verbraucherverständnis verbessert und die Ablehnung zurückgeht", sagte Kettlitz. Deswegen habe die Lebensmittelindustrie in den letzten zehn bis 15 Jahren auch schon sehr viel Geld und Arbeit in Informationsmaßnahmen investiert.
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