• 07.04.2006, 13:41:06
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EU-Lebensmittel- und Getränkeindustrie setzt auf GVO-Information

Gentechnik-freie Produktion teurer - Hersteller und Händler tragen Kosten

Wien (AIZ) - Auch die europäische Lebensmittel- und
Getränkeindustrie setzt alles daran, um für die Konsumenten die
vorgeschriebene Wahlfreiheit zwischen Lebensmitteln aus gentechnisch
veränderter (GV-), herkömmlicher oder biologischer Landwirtschaft
sicherzustellen. An welche Regelungen sich die Hersteller dabei zu
halten haben beziehungsweise wie man den Verbrauchern die GV-Nahrung
zunehmend schmackhaft machen will, erklärte Beate Kettlitz vom
Verband der Lebensmittel- und Getränkeindustrie der EU (CIAA)
gegenüber dem AIZ.

Gentechnik-Einsatz ist nicht gleich Gentechnik-Einsatz

Kettlitz wies darauf hin, dass in der EU sehr strenge
Kennzeichnungsregeln herrschen. Die Einhaltung dieser werde von den
Unternehmen mittels geeigneter Analytik selbst kontrolliert, insofern
es sich um Produkte handle, wo die gentechnische Veränderung
überhaupt noch nachgewiesen werden kann. Rohstoffe, die zum Beispiel
aus Übersee kommen, würden auch bereits im Ursprungsland überprüft.
Allerdings gebe es auch Erzeugnisse, wie zum Beispiel Speiseöle aus
GV-Soja, wo ein Nachweis von modifizierten Eiweiß- und DNA-Molekülen
nicht mehr möglich sei. Hier komme die Rückverfolgbarkeitskette zum
Tragen. Das bedeutet, dass sich die Industrie mittels Dokumentation
der Herkunft und der einzelnen Verarbeitungsschritte absichert, ob es
sich um Produkte aus gentechnisch veränderter Produktion handelt und
ob eine Kennzeichnung somit erforderlich ist.

Lebensmittel auf der Basis von gentechnikfreien Rohstoffen
herzustellen, komme mittlerweile meist teurer. An die Konsumenten
seien die Kosten auf Grund des starken Preiskampfes am Markt jedoch
nicht weitergegeben worden. Diese wären von den vorgeschalteten
Sektoren zu tragen, also den Produzenten und Händlern.

Viel Geld und Arbeit in Informationsmaßnahmen investiert

Um den Konsumenten die Angst vor gentechnisch veränderten
Organismen zu nehmen und diese mehr und mehr salonfähig zu machen,
setzt die Lebensmittel- und Getränkeindustrie auf gezielte
Informationen. Dass die Diskussion und somit auch die Skepsis dadurch
noch mehr angeheizt werde, hält die CIAA-Vertreterin für
unwahrscheinlich. "Wir haben den Eindruck, dass sich das
Verbraucherverständnis verbessert und die Ablehnung zurückgeht",
sagte Kettlitz. Deswegen habe die Lebensmittelindustrie in den
letzten zehn bis 15 Jahren auch schon sehr viel Geld und Arbeit in
Informationsmaßnahmen investiert.
(Schluss) leith

Rückfragehinweis:
AIZ - Agrarisches Informationszentrum, Pressedienst
Tel: 01/533-18-43, mailto:pressedienst@aiz.info
http://www.aiz.info
FAX: (01) 535-04-38

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