Arbeiterkammer präsentiert erste umfassende Studie zu Einkommensnachteilen von Frauen in Oberösterreich

Linz (OTS) - Frauen sind in Oberösterreich auf dem Arbeitsmarkt gegenüber Männern deutlich schlechter gestellt als in anderen Bundesländern. Warum das so ist und welche Maßnahmen zu mehr Einkommensgerechtigkeit sowie Chancengleichheit führen können, damit befasst sich eine umfassende Studie, die das Wirtschaftsforschungsinstitut (WIFO) im Auftrag der Arbeiterkammer durchgeführt hat.

Erstmals wurde die Situation der oberösterreichischen Frauen aus den verschiedensten Blickwinkeln (Arbeitsmarkt, Kinderbetreuung, Bildung, Pendeln, Haushaltsform etc.) beleuchtet. Einige der wichtigsten Ergebnisse in Kürze:
Der Einkommensnachteil der Frauen gegenüber den Männern liegt über dem Bundesschnitt und ist nur in Vorarlberg noch höher als in Oberösterreich.
Obwohl die Erwerbsbeteiligung der Männer in Oberösterreich über dem bundesweiten Durchschnitt liegt, ist die Erwerbsquote der Frauen leicht unterdurchschnittlich.
In OÖ ist der Einkommensunterschied nach Geschlecht in fast allen Haushalts- bzw. Familienkonstellationen etwas ausgeprägter als in Österreich, am größten ist er bei verheirateten Frauen.
Die dynamischen, exportorientierten und zukunftsträchtigen Branchen der Metall- und Fahrzeugindustrie sind traditionell von Männern besetzt.
Klein- und Kleinstbetriebe haben einen überproportionalen Anteil an weiblichen Beschäftigten.
Gut bezahlte Arbeitsplätze in Großbetrieben sind oft mit langen Wegzeiten (Pendeln) verbunden. Am Industriearbeiter ausgerichtete Arbeitszeiten erschweren zudem die Vereinbarkeit Beruf/Familie.
Mehr als 40 Prozent der Oberösterreicherinnen sind Teilzeit beschäftigt, häufig mit geringem Beschäftigungsausmaß und auf Arbeitsplätzen mit geringen Qualifikationsanforderungen.
Gut qualifizierte Frauen wandern aus Regionen ab, in denen sie keine passenden Arbeitsplätze finden.

"Die Studie macht erstmals in dieser Klarheit deutlich, dass das Ziel der Geschlechtergleichstellung auf dem oberösterreichischen Arbeitsmarkt weit über Fraueninteressen hinausgeht und grundlegende Zukunftsfragen für die Entwicklung unseres Bundeslandes beinhaltet", sagte AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer heute bei der Präsentation der Studie.

Für die Arbeiterkammer ergeben sich aus der Studie folgende Notwendigkeiten:
massiver Ausbau der Kinderbetreuungseinrichtungen gleichstellungsorientierte Wirtschafts,- Struktur- und Regionalpolitik
Maßnahmen zur Erhöhung der Frauenmobilität - keine weitere Ausdünnung des öffentlichen Nahverkers
Maßnahmen zur Durchbrechung der langen Männer-Arbeitszeiten und der kurzen Frauen-Arbeitszeiten
Umbau des Steuer- und Transfersystems in Richtung Förderung der Frauenerwerbstätigkeit
"Ziel muss sein, die Stärken Oberösterreichs als Industrieland und Lebensraum auszubauen und regionale Abwanderungen zu den Ballungszentren in größerem Stil zu verhindern. Das kann nur gelingen, wenn die Verbesserung der Lebens- und Erwerbschancen von Frauen in allen Regionen in den Mittelpunkt der Politik gerückt wird", so Kalliauer.

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