Bauernbund fordert klare Kennzeichnung von Milchprodukten

Grillitsch: Österreichische Qualität muss auf ersten Blick ersichtlich sein

Wien (AIZ) - "Die österreichischen Konsumenten wollen gerade bei Milch und Milchprodukten heimische Qualität. Das belegen zahlreiche Studien, wie etwa jene der AMA. Auch laut der aktuellsten von Fessel GfK vom März 2006 ist für knapp 90% der Konsumenten die Herkunft ein wichtiges Kriterium für die Qualitätsbeurteilung. Die österreichischen Milchbauern liefern diese Qualität Tag für Tag. Die Konsumenten können allerdings nur zu dieser Qualität greifen, wenn die Kennzeichnung klar und leicht erkennbar funktioniert." Das sagte heute Bauernbundpräsident Fritz Grillitsch bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Gesundheitsministerin Maria Rauch-Kallat.

"Für 83% der Österreicher/-innen ist die Herkunft für die Kaufentscheidung sehr wichtig. Um dieses Vertrauen in die hohe Qualität der heimischen Produkte zu sichern, haben wir bereits viele Initiativen auf nationaler und internationaler Ebene gesetzt", sagte Rauch-Kallat. "Durch den freien Warenverkehr innerhalb der EU soll auch die Herkunftssicherheit und Rückverfolgbarkeit auf europäischer Ebene geregelt werden. Der Bauernbund hat mit seiner Initiative eine österreichische Positionierung erarbeitet, die wir als klare Position in den europäischen Diskussionsprozess einbringen werden", so die Ministerin.

Bauernbund hat bereits Initiativen gestartet

"Derzeit gibt es aber leider noch in einigen Bereichen Defizite und die Konsumenten können immer noch in die Irre geführt werden, wenn sie die Lupe beim Einkaufen vergessen. Das zeigen etwa Milchprodukte wie Activia, Actimel oder Heidi-Butter", so Grillitsch. Der Österreichische Bauernbund habe dies in den vergangenen Monaten wiederholt aufgezeigt, etwa mit der Aktion "Der Geschmack der Heimat" oder mit einem parlamentarischen Entschließungsantrag. "Wir haben dieses Thema auch bei unseren Gesprächen mit den Handelsketten angesprochen. Diese haben zwar ein Bekenntnis für österreichische Produkte abgelegt, konkrete Initiativen seitens des Handels sind aber ausgeblieben", kritisierte der Bauernbundpräsident.

"Wir haben die Situation in Sachen Herkunftskennzeichnung in der EU mit Hilfe der Experten aus dem Gesundheits- und Landwirtschaftsministerium sehr genau analysiert", berichtete Grillitsch. In Italien werde derzeit der Weg beschritten, die konkreten "Melkgebiete" auf den Packungen auszuschildern. "Diese Kennzeichnung brauchen wir auch in Österreich. Sie muss aber weiter reichen, da sie die Probleme im Bereich der Milchmischprodukte nicht löst. Wir haben daher einen Entwurf für eine Verordnung des Gesundheitsministeriums ausgearbeitet, der eine klare Kennzeichnung möglich macht. Das gilt auch für jene Eigenmarken, bei denen österreichische Herkunft suggeriert wird, die aber ausländische Milch enthalten", so Grillitsch.

"Uns geht es darum, die heimische Produktion auf höchstem Niveau abzusichern - nach dem Vorbild der Qualitätsprogramme mit Herkunftsbezug, wie etwa dem AMA-Gütesiegel. Das muss auch das Interesse der Molkereien und des Handels sein", betonte der Bauernbundpräsident. "Sollten Handel und Molkereien nicht bis Herbst Milch und Milchprodukte freiwillig klar erkennbar kennzeichnen, sehen wir uns gezwungen, diese Kennzeichnung per Gesetz zu verordnen. Wir wollen, dass die Konsumenten auch tatsächlich zu den Qualitätsprodukten unserer Bäuerinnen und Bauern greifen können", so der Präsident.
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