Brauner/Schicker: Entwicklungsperspektiven Otto-Wagner-Spital

Neue Flächenwidmung stellt Weichen für die Zukunft

Wien (OTS) - Gesundheits- und Sozialstadträtin Mag.a Renate
Brauner und Planungsstadtrat DI Rudi Schicker präsentierten am Freitag aktuelle Entwicklungsperspektiven für das Areal des Sozialmedizinischen Zentrums Baumgartner Höhe - Otto-Wagner-Spital mit Pflegezentrum. Grundlage stellt eine neue Flächenwidmung für dieses Gebiet dar.

"Am Gelände des Otto-Wagner-Spitals haben wir zwei Juwelen. Ein städtebauliches und ein medizinisches. Um das bauliche Juwel zu sichern, müssen wir es konservieren. Um das medizinische für die zukünftigen Anforderungen fit zu machen, müssen wir modernisieren. Beides bedarf enormer finanzieller Mittel. Daher haben wir uns dazu entschlossen Teile der Gesamtanlage einer Verwertung zuzuführen", erläuterte Stadträtin Mag.a Brauner die langfristigen Vorhaben.

"Diese Entscheidung bedeutet eine Sicherung des Spitalsstandortes. Die medizinische und pflegerische Versorgung wird sich zukünftig auf den westlichen Teil des Areals konzentrieren. Der östliche Teil, auf dem sich Abteilungen des Psychiatrischen Zentrums befinden, wird langfristig einer anderen Nutzung zugeführt. Mit der Übersiedelung der psychiatrischen Abteilungen an andere Spitalsstandorte werden einerseits Pavillons für eine neue Nutzung frei, andererseits schaffen wir damit im Sinne der Psychiatriereform eine bessere regionale Versorgung der PsychiatriepatientInnen innerhalb Wiens. Alle Maßnahmen berücksichtigen die Anforderungen des Denkmalschutzes und den Schutz der Grünflächen", stellt Brauner klar. Die Umsetzung der Maßnahmen ist ein Programm für die kommenden 10 bis 15 Jahre und zielt gemeinsam mit dem neuen Spitalsstandort im Norden von Wien auf eine ausgewogene regionale Versorgung Wiens ab.

Wiens Planungsstadtrat Rudi Schicker stellte zufrieden fest:
"Wir haben uns die größtmögliche Mühe gegeben, den Vorstellungen des Bundesdenkmalamtes nachzukommen. Die Achse vom Eingangsbereich zur Kirche bleibt vollständig erhalten. Das Gesamtensemble ist abgesichert und sogar weniger bebaubar als vorher. Damit haben wir einen sicher verankerten Denkmal- und Ensembleschutz und gewährleisten zudem einen modernen Spitalsbetrieb."

Mit der neuen Flächenwidmung gibt es auch mehr Grünflächen. "Schon vor 25 Jahren haben wir erreicht, dass die Steinhof-Gründe freigehalten werden. Das ist durch die Widmung als Wald und Wiesengürtel auch weiterhin sichergestellt. Zusätzliche Flächen werden als Parkschutzgebiet gewidmet und schaffen einen sanften Übergang vom Grünraum zur Bebauung", ergänzte Schicker. Schrittweise Rückschnitte und Pflegemaßnahmen der Vegetation sollen im Nahbereich der denkmalgeschützten Bauten die historischen Sichtachsen freihalten.

Psychiatrische Versorgung näher beim Patienten

Das Stadtgebiet von Wien ist in acht psychiatrische Versorgungsregionen eingeteilt, von denen derzeit sechs durch Regionalabteilungen im Otto-Wagner-Spital versorgt werden. Nur der 2. und 22. Bezirk werden durch Fachabteilungen für Psychiatrie im SMZ-Ost sowie der 10. Bezirk durch jene des Kaiser-Franz-Josef-Spitals versorgt. Ziel der Entwicklung des Otto-Wagner-Spitals ist daher auch, in Fortsetzung der Wiener Psychiatriereform, eine bedarfsgerechte regionalisierte psychiatrische Versorgungsstruktur innerhalb der Bezirke zu erreichen. Regionalabteilungen des bestehenden psychiatrischen Zentrums des SMZ Baumgartner Höhe sollen daher in bestehende Spitalsstandorte quer über Wien integriert werden. Beispielsweise werden Teile des Psychiatrischen Zentrums des Otto-Wagner-Spitals am neuen Spitalsstandort "Krankenhaus Nord" eine neue Heimat finden.

Ein Quadratkilometer - Areal größer als die Josefstadt

Das Gelände des Sozialmedizinischen Zentrums Baumgartner Höhe -Otto-Wagner-Spital mit Pflegezentrum wird seit 1907 genutzt und nimmt mit mehr als 60 Gebäuden eine Fläche von rund einem Quadratkilometer (750.000 Quadratmeter) ein. Das Areal ist damit größer als der achte Wiener Gemeindebezirk. Das Straßennetz ohne Gehwege beträgt 22 Kilometer. Mehr als 20 MitarbeiterInnen der Gärtnerei kümmern sich um die Pflege des Grünbereiches. Die Gesamtanlage gruppiert sich um zwei Längsachsen. Das Orthopädische Zentrum, das Pulmologische Zentrum und eine Reihe von Instituten liegen im westlichen Teil, im mittleren Teil liegen Direktionsgebäude, Kirche sowie Gebäude des Neurologischen Zentrums, Teile des Geriatrischen Zentrums und das Zentrum für Förderpädagogik. Im östlichen Teil befinden sich Abteilungen des Psychiatrischen Zentrums.

Neue Flächenwidmung

Die neue Flächenwidmung des Areals Otto-Wagner-Spital berücksichtigt und sichert den wertvollen Grünbereich. In der Widmung ist sowohl das Schutzgebiet 'Wald- und Wiesengürtel' (Erholungsgebiet Steinhof) als auch zusätzlich ein Parkschutzgebiet verankert. Die Bebauungsbestimmungen sehen wie bereits bisher Wohngebiet Bauklasse III vor. Der wertvolle und denkmalgeschützte Baubestand wird als Schutzzone festgesetzt. Die Widmungsvorschläge ermöglichen damit einen für die Zukunft gesicherten Spitalsbetrieb und maßvolle bauliche Ergänzungen sowie Restrukturierung und Sanierung. Im östlichen Bereich können bisher nicht genutzte Entwicklungsspielräume herangezogen werden.

Widmungsverfahren

Die derzeit geltenden Flächenwidmungs- und Bebauungspläne für das Otto-Wagner Spital verlieren mit 31.08.2006 ihre Rechtskraft. Die Stadtplanung ist deshalb gefordert einen neuen Flächenwidmungs- und Bebauungsplan dem Gemeinderat zur Beschlussfassung vorzulegen. Das großflächige Areal des Otto-Wagner-Spitals ist heute zum größten Teil als Wohngebiet, Bauklasse III (bis 16 Meter Gebäudehöhe) und geschlossene Bauweise gewidmet. Vor rund zwei Jahren wurde ein Widmungsverfahren eingeleitet. Das magistratsinterne Verfahren ist abgeschlossen. Am 6. April wurde entsprechend den gesetzlich geregelten Verfahrensvorschriften der Planentwurf dem Fachbeirat für Stadtplanung und Stadtgestaltung zur Begutachtung vorgelegt, der Empfehlungen zum Plan abgeben kann. Voraussichtlich in 4-5 Wochen kann die Öffentliche Auflage über 6 Wochen starten. Gleichzeitig wird der Planentwurf der Bezirksvertretung zur Stellungnahme übermittelt. (Schluss) brc/kel

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