"Schutz und Begleitung sind Menschenrechte für Sterbende"

Caritas ortet in der heimischen Hospiz-Versorgung Lücken bei stationären Hospizen und in der Finanzierung der ehrenamtlichen Begleitung todkranker Menschen

Wien (OTS) - "Es geht uns darum, den todkranken Menschen bis
zuletzt Lebensqualität zu erhalten. Schutz und Begleitung sind Menschenrechte für Sterbende", betonen Caritaspräsident Franz Küberl und der Wiener Caritasdirektor Michael Landau. Politischen Handlungsbedarf sieht die Caritas etwa bei den stationären Hospizangeboten und der Finanzierung der ehrenamtlichen Hospizarbeit.

Die ehrenamtlichen, fachlich geschulten Hospizbegleiterinnen und -begleiter der Caritas sind für todkranke Menschen da, wenn sonst keiner Zeit hat. Sie führen Gespräche oder hören nur zu. Sie helfen, letzte Dinge zu ordnen, stützen die Angehörigen. Unentgeltliche Arbeit, die dennoch Geld kostet, wie Küberl betont: "Schließlich gilt es, die ehrenamtlichen Mitarbeiter entsprechend aus- und weiterzubilden sowie zu koordinieren und zu begleiten. Der Staat darf sich hier nicht aus der Verantwortung stehlen. Wir fordern die Sicherstellung von finanziellen Mitteln für die wertvolle Arbeit der Hospizteams durch die Bundesländer."

Auch eine Ausbildungsoffensive im Hospizbereich müsse "dringend ins Pflichtenheft der nächsten Regierung", ist der Caritaspräsident überzeugt: Es brauche eine verstärkte Fort- und Weiterbildung von ÄrztInnen und diplomierten Pflegepersonen. Um den Stellenwert der schmerzlindernden Medizin zu festigen, solle in der Facharztausbildung ein Zusatzfach Palliativmedizin eingeführt werden.

Österreichweiter Aufbau- und Ausbauplan für die Hospizversorgung tut Not

Einen "klaren, Österreich weiten Aufbau- und Ausbauplan für die Hospizversorgung in allen ihren Formen und eine gesicherte Finanzierung in diesem Bereich" fordert der Wiener Caritasdirektor Michael Landau. "Es darf nicht am Geld scheitern, dass Menschen am Ende ihres Lebens jene Betreuung und Sorge erhalten, die sie brauchen." Bei stationären Hospizbetten in Österreich bestehe ein Mangel und akuter Handlungsbedarf: "Wir appellieren daher dringend:
Die Finanzierung von stationären Hospizen bzw. Hospizbetten muss im Sinne der Art. 15 a-BVG Vereinbarung über die Organisation und Finanzierung des Gesundheitswesens, die seit 1. Jänner 2005 in Geltung ist, bundesweit gesichert werden."

Als positiv wertet die Caritas die derzeitigen Anstrengungen, durch geplante Änderungen im Sachwalterrecht die Position der Angehörigen und die Selbstbestimmung der Patienten zu stärken. Nahe Angehörige sollen demnach ein Mitspracherecht bei der medizinischen Versorgung, Rechtsgeschäften oder auch Finanzangelegenheiten ihres pflegebedürftigen Familienmitgliedes erhalten. Pflegebedürftige Personen wiederum sollen künftig das Recht haben, eine Vertrauensperson als Bevollmächtigten zu ernennen, der ihre Angelegenheiten vertritt. Die Begutachtungsfrist für den Gesetzesentwurf ist vor kurzem abgelaufen.

Fragen nach dem Sinn des Lebens und des Sterbens

"Todkrank - das heißt für die Betroffenen: Angst vor der Zukunft, dem Sterben, der Unsicherheit, der Einsamkeit. Sorgen um die Kinder, die Familie, die Freunde. Fragen nach dem Sinn des Lebens, und nach der Bedeutung des Todes", weiß Marianne Wojcik, langjährige Hospizbegleiterin der Caritas.

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