Schober: Gorbach im Geschwindigkeitsrausch - Sicherheit bleibt auf der Strecke

SPÖ weiter gegen den ab Mai 2006 geplanten Pilotversuch für Tempo 160 in Kärnten

Klagenfurt (SP-KTN) - Obwohl die Kärntner Landesregierung sich mehrheitlich (mit den Stimmen von SPÖ und ÖVP) gegen Tempo 160 ausgesprochen hat und eine Resolution gegen den im Mai startenden Tempo-160-Pilotversuch auf der Tauernautobahn verabschiedet hat, will Minister Hubert Gorbach an seinen Plänen festhalten und Kärnten zur Teststrecke machen. "Ich fordere Minister Gorbach neuerlich auf, von seinen Plänen Abstand zu nehmen und der Sicherheit der Bevölkerung und den Interessen der Anrainer Vorfahrt zu geben", erklärt der Verkehrs- und Sicherheitssprecher der SPÖ-Kärnten, LAbg. Rudolf Schober am Freitag.

Er, Schober, sei davon überzeugt, dass die Tempo-160-Pläne Hubert Gorbachs in diametralem Widerspruch zur Sicherheit stünden. "Mit immer absurder gewordenen Argumenten habe Infrastrukturminister Gorbach versucht seinen Geschwindigkeitsrausch in den letzten Monaten zu rechtfertigen. Eine Vielzahl von Experten habe aber bestätigt, dass es bei Tempo 160 zu mehr Unfällen kommt", hält Schober fest. Klar sei, dass eine Geschwindigkeit von 160 Stundenkilometern zu mehr Feinstaub, mehr CO2-Ausstoß und zu mehr Lärm führe als Tempo 130, machte Schober nochmals klar.

"Um einschätzen zu können dass mehr Geschwindigkeit mehr Gefahr und mehr Schadstoffe bedeutet, braucht es nur eines klaren Menschenverstandes", sagt Schober. Kärnten wolle nicht der Tempobolzplatz Österreichs werden, so der Verkehrssprecher.

Auch am Kärntner Verkehrsreferenten Gerhard Dörfler übte Schober scharfe Kritik. Er warf Dörfler Doppelbödigkeit vor. Schober zitierte aus dem Kärntner Landtag. Dort meinte LR Dörfler in der 22. Sitzung vom 24.11.2005 wörtlich: "In Kärnten ist keine Gefahr, dass es 160 geben wird". In der 49. Sitzung des Kärntner Landtages am 19.12.2002 meinte LR Dörfler etwa wörtlich: "Wir sollten uns gemeinsam dazu bekennen, hier wirklich eine klare Position zu haben. 20 km/h weniger sind weniger Lärm (sic.), sind weniger Umweltbelastung und sind eine bessere Position gegenüber Brüssel." Schober forderte BZÖ-Verkehrslandesrat Gerhard Dörfler daher nochmals zu "aktivem Widerstand" und "Rückgrat" gegen seine Parteifreunde Landeshauptmann Jörg Haider und Minister Hubert Gorbach auf.

Der SPÖ-Verkehrssprecher wies auch auf ein aktuelles Verkehrssicherheitsprogramm hin, welches von Experten im Auftrag Dörflers erarbeitet worden sei und zum Ergebnis komme, dass überhöhte Fahrgeschwindigkeit die mit Abstand häufigste Unfallursache darstellt.

Der Tempo-160-Versuch startet am 2. Mai auf einem zwölf Kilometer langen Autobahn-Abschnitt zwischen Spittal/Drau und Paternion. Die Testphase soll zwei bis drei Monate dauern. Gorbachs Ziel ist es, weitere Strecken für eine Erhöhung der Höchstgeschwindigkeit von 130 auf 160 km/h, in ganz Österreich zu finden. Die SPÖ tritt diesem Vorhaben mit Stützung auf die Expertenmeinung mit klarer Ablehnung entgegen.

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