ARBÖ Wien: Verwirrspiel um Parkzone Stadthalle

Herbert Hübner: Rechtlich korrekt, aber bürgerfeindlich

Wien (OTS) - "Diese Beschilderung ist irreführend und überfordert alle ortsunkundigen Menschen. Schlimmer noch: der Verdacht auf Abzocke liegt in der Luft", empört sich der Geschäftsführer des ARBÖ Wien Herbert Hübner.

Nach einem Abendessen beim Schwiegervater am Reithofferplatz in Wien 15 staunte Frau Augustine W. nicht schlecht: Auf ihrem Hyundai Atos prangerte ein Strafzettel. Unübersehbar. Es wird ihr zur Last gelegt, dass sie keinen Kurzparkschein ausgefüllt hatte.
"Einen Parkschein ausfüllen? Mitten in der Nacht?" - Obwohl Frau W. als interessierte Zeitungsleserin genau wusste , dass man rund um die Stadthalle bis 23 Uhr nur gegen Entgelt parken darf, konnte sie nicht dran glauben, dass sie auch hier, mitten am Reithofferplatz allen Ernstes Parkgebühr zahlen müsste.

Kopfschüttelnd schaute sie sich nochmals um: Weit und breit kein Hinweis auf die neue nächtliche Parkgebühr! Am Reithofferplatz gilt nicht einmal tagsüber die Kurzparkzone. Frau W. war sich nun ziemlich sicher: Sie wird nicht zahlen, denn der Strafzettel wurde ihr zu Unrecht ausgestellt.

Der Anruf beim ARBÖ brachte die Ernüchterung: Der Reithofferplatz liegt eindeutig innerhalb der neuen Parkpickerlzone rund um die Stadthalle. Also muss man dort zwischen 18 und 23 Uhr auch Parkgebühr zahlen. "Rein rechtlich ist das in Ordnung", muss die Leiterin des ARBÖ-Rechtsreferates Dr. Barbara Auracher-Jäger der enttäuschten Autofahrerin sagen.

"Konsumentengerecht ist die Sache keinesfalls gegessen", protestiert der Landesgeschäftsführer des ARBÖ Wien, Direktor Herbert Hübner. "Wie sollen ortsfremde Autofahrer wissen, dass sie zahlen müssen? Noch dazu am Abend, wo üblicherweise die Kurzparkzonen nicht gelten."

Für zusätzliche Verwirrung sorgen die neuen gelben Hinweisschilder, die rund um die Stadthalle zur Information über die abendliche Parkgebühr angebracht wurden, knapp vor dem Reithofferplatz jedoch plötzlich aufhören. "Ich hab mir das genau angeschaut: Auf der Märzstraße ist auf der Höhe Tannengasse sogar die gelbe Beschilderung 'Ende der 18 Uhr Kurzparkzone' zu lesen", schildert Frau W. "Wenn man danach in den Reithofferplatz kommt (Anmerkung: der Reithofferplatz "unterbricht" die Märzstraße, stadtauswärts fahrend), sind keine gelben Schilder mehr zu sehen. Ich bin daher selbstverständlich davon ausgegangen, dass die Sonderparkzone zu Ende ist." Ein Lokalaugenschein der ARBÖ-Verkehrsexperten vor Ort bestätigen die Angaben der Autofahrerin: tatsächlich findet sich am Beginn des Reithofferplatzes ab Tannengasse bis Ende Reithofferplatz (Ecke Pouthongasse) kein einziges Verkehrszeichen zur Kurzparkzone, weder zur lokalen Kurzparkzone noch zur Sonderkurzparkzone. Genau hier in diesem Häuserblock hatte Frau W. ihr Fahrzeug abgestellt und den Strafzettel kassiert.

ARBÖ Wien-Chef Hübner bedauert, dass eine möglicherweise gute Lösung für Anrainer und Wirtschaftsbetrieb Stadthalle durch eine solche konsumentenfeindliche Beschilderung ohne Not in Misskredit gebracht wird.

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