Dämme (allein) schützen nicht vor Hochwasser - Retentionsräume "brechen" nicht!

Der NATURSCHUTZBUND NÖ fordert ein umfassendes Gesamtkonzept zum Hochwasserschutz in den "March-Thaya-Auen".

Wien (OTS) - "Hochwasserschutz und Naturschutz sind kein
Gegensatz" betont Univ.-Prof. Dr. Walter Hödl, Auenexperte und Vorsitzender des NATURSCHUTZBUND NÖ. Wir haben es bei der March mit einem sehr dynamischen Tieflandfluss zu tun, dessen Auland eine faszinierende Tier- und Pflanzenwelt von internationaler Bedeutung beherbergt.

Die Dammbrüche haben uns vor Augen geführt, dass die March unberechenbar ist. Das Zusammenspiel von March und Donau hat zudem die Hochwassersituation verschärft. Ein gleichzeitiges Anschwellen beider Flüsse ist ungewöhnlich, da wir es im Normalfall an der March mit Frühjahrshochwasser, an der Donau hingegen mit Sommerhochwasser zu tun haben. Führt die Donau Hochwasser, kann die March nicht abfließen und staut sich wie in einer riesigen Badewanne.

An der March sind im vergangenen Jahrhundert mehr als 60% der ursprünglichen Überschwemmungsräume verloren gegangen (4.130 ha allein auf österreichischem Gebiet zwischen Hohenau und der Mündung in die Donau!). Dieser Verlust an Retentionsraum kann nicht durch immer höhere und mächtigere Dammbauten kompensiert werden. Die Flüsse beengenden Dämme bewirken höhere Pegelspitzen und verlagern das Problem "Hochwasser" nur weiter Flussabwärts. Der Ruf der Naturschutzverbände nach dringend notwendigem Retentionsraum wurde nicht gehört und in der Region abgewehrt.

Ein umfassendes Gesamtkonzept zum Hochwasserschutz in den "March-Thaya-Auen" muss endlich erstellt werden, um ökologischen und hochwasserschutzrelevanten Anforderungen gerecht zu werden.

"Wir haben an der March die Möglichkeit, die alten Überschwemmungsflächen zu reaktivieren. Mit diesen wieder belebten Aulandschaften kann sowohl ein effektiver Hochwasserschutz gewährleistet werden (Retentionsräume "brechen" nicht) als auch wesentliches zur Erhaltung der einmaligen Naturlandschaft an der March beigetragen werden. Eine Win-Win Situation für alle Beteiligten. Diese Chance muss wahrgenommen werden!" betont Univ.-Prof. Dr. Walter Hödl.

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