Verleihung von Ehrendoktoraten an der Johannes Kepler-Universität Linz

Mit Professoren Budäus und Thom international anerkannte Wissenschafter ausgezeichnet

Linz/Wien (OTS) - Der Senat der Johannes Kepler-Universität Linz hatte Ende Jänner 2006 einstimmig beschlossen, das Ehrendoktorat der Sozial- und Wirtschaftswissenschaften zwei international anerkannten und in laufender Verbindung mit der Universität Linz stehenden Wissenschaftern zu verleihen. Es sind dies die Universitätsprofessoren Dr. Dietrich Budäus, Leiter des Arbeitsbereichs Public Management an der Universität Hamburg und Dr. Dr.h.c. Norbert Thom, Direktor des Instituts für Organisation und Personal der Universität Bern.

Die Satzung der Johannes Kepler Universität sieht vor, dass ein Ehrendoktorat nur an Personen verliehen werden kann, die aufgrund ihrer wissenschaftlichen Leistungen in Fachkreisen international hohes Ansehen genießen oder sich durch ihre langjährigen Verbindungen zur Johannes Kepler Universität im Bereich von Forschung und Lehre besondere Verdienste erworben haben.

Die feierlichen Verleihung der Ehrendoktorate am 4. April 2006 nahm der Rektor der Universität, Magnifizenz o.Univ. Prof. Dr. Rudolf Ardelt vor, die Laudationes hielt o.Univ. Prof. Dr. Reinbert Schauer, Vorstand des Instituts für Betriebswirtschaftslehre der gemeinwirtschaftlichen Unternehmen. Rektor Ardelt betonte in seiner Ansprache die Freiheit von Wissenschaft und Lehre, "Denken kann nicht automatisiert und auch nicht auf einzelne Felder beschränkt werden". Erfolge und Bedeutung einer Universität ließen sich nicht bloß an Kennzahlen messen. Prof. Schauer ging in den Laudationes ausführlich auf den Werdegang der Geehrten und auf deren Position im wissenschaftlichen Umfeld ein:

Prof. Dietrich Budäus wurde 1942 in Berlin geboren und studierte Betriebswirtschaftslehre, Soziologie und Politikwissenschaften an der Universität Hamburg, wo er 1969 zum Diplom-Kaufmann graduiert wurde und 1975 promovierte. Er verbrachte einige Jahre als Wissenschaftlicher Assistent am Lehrstuhl für Planung und Organisation in der öffentlichen Verwaltung, bei Prof. Klaus Lüder, die der Vorbereitung auf die Venia docendi für Betriebswirtschaftslehre an der Universität Oldenburg dienten. Daran schlossen sich "wissenschaftliche Wanderjahre", die bis in die 90er Jahre reichten und Dietrich Budäus an die Universitäten Bremen, Hamburg, Wien und auch an die deutsche Hochschule für Verwaltungswissenschaften in Speyer führten. Seit 1993 leitet er den Arbeitsbereich Public Management an der Hamburger Universität für Wirtschaft und Politik.

Prof. Budäus ist zweifelsohne als einer der prominentesten Fachvertreter im Bereich "Öffentliche Betriebswirtschaftslehre" anzusehen. Er ist insbesondere mit richtungsweisenden Konzepten zu Fragen der Leistungserfassung und Leistungsmessung in öffentlichen Verwaltungen sowie zur Leistungstiefe im öffentlichen Sektor bekannt geworden. Besonders hervorzuheben sind weiters seine fundierten Arbeiten zu Public Private Partnerships (PPP), zum Organisationswandel in der öffentlichen Aufgabenwahrnehmung, zu Fragen der Neuorientierung des öffentlichen Rechnungswesens, sowie zur Bewertung der gegenwärtigen Aktivitäten im Bereich Verwaltungsreform. Was die enge Verbindung zur Linzer Universität betrifft, merkte Budäus dann in seinem Festvortrag (launig) an, dass "Kollege Schauer immer wieder fundierte Konzepte von mir eingefordert hat". Der Geehrte trug wesentlich zum Aufbau und zur fachlichen Entwicklung der wissenschaftlichen Kommission "Öffentliche Betriebswirtschaftslehre und Non-Profit-Management" im Verband der Hochschullehrer für Betriebswirtschaftslehre e.V. bei. Ebenso gewichtig und wertvoll ist seine Mitwirkung im Wissenschaftlichen Beirat der deutschen Gesellschaft für öffentliche Wirtschaft (GÖW). Auch der Verband der Öffentlichen Wirtschaft und Gemeinwirtschaft Österreichs (VÖWG) weiß seine wissenschaftliche Kompetenz und sein engagiertes Eintreten für gemeinwirtschaftliche Belange zu schätzen.

Prof. Norbert Thom wurde 1946 in Bayern geboren, wuchs dann in Köln auf, wo er an der Universität Wirtschaftswissenschaften studierte, 1972 den Grad eines Diplom-Kaufmann erwarb und 1976 promovierte. Von 1973 bis 1984 war er Mitarbeiter am Seminar für allgemeine Betriebswirtschaftslehre und Organisationslehre an der Kölner Universität und erhielt dort 1984 die Venia docendi für Betriebswirtschaftslehre. Nach Zwischenstationen an den Universitäten Gießen und Fribourg in der Schweiz, wechselte er 1991 an die Universität Bern, wo er das Institut für Organisation und Personal begründete, dessen Leitung er bis heute inne hat.

Prof. Thom sieht einen zentralen Schwerpunkt seiner Arbeit zwar auf dem Gebiet der Organisation und des Personalmanagements, doch betreut er seit einiger Zeit auch intensiv den Bereich Public Management. Mit dem von ihm und seinen Mitarbeitern entwickelten "IOP-Konzept", das Instrumente des Innovationsmanagements (I), der organisatorischen Gestaltung (O) und des Personalmanagements (P) verbindet, ermöglicht er Führungskräften in privaten und öffentlichen Institutionen, in Problemsituationen einen kontextgerechten innovativen Lösungsansatz einzubringen. Thom ist aber auch mit international beachteten Arbeiten auf dem Gebiet des Human Resource Managements, des Managements im Gesundheitswesen und der Hochschuldidaktik, an die Öffentlichkeit getreten.

Prof. Dkfm. Dr. Reinbert Schauer steht seit 1979 als Vorstand des Instituts für Betriebswirtschaftslehre der gemeinwirtschaftlichen Unternehmen - dem europaweit einzigen Universitätsinstitut, das expressis verbis den Begriff Gemeinwirtschaft führt - einer universitären Institution vor, deren Gründung im Jahr 1970 unter Mitwirkung des schon erwähnten Verbandes der öffentlichen Wirtschaft und Gemeinwirtschaft stattgefunden hat. Es war seit je her ein Anliegen des VÖWG, den Kontakt zu den Universitäten zu verbreitern und zu vertiefen, um damit eine Brücke zwischen Wissenschaft und Praxis zu schlagen. Daraus gingen auch gemeinsame Arbeitssitzungen der Wissenschaftlichen Beiräte des GÖW und des VÖWG hervor. Prof. Schauer ist übrigens auch Mitglied des bereits 1973 gegründeten österreichischen Beirats.

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