Neues Volksblatt: "Eiertanz" (von Markus Ebert)

Ausgabe vom 6. April 2005

Linz (OTS) - So wenig wie Spritpreiserhöhungen etwas mit herandräuenden Reisezeiten zu tun haben, so wenig hat die SPÖ mit dem ÖGB zu tun. Das eine will uns die Mineralölindustrie ein ums andere Mal weismachen, das andere die SPÖ. Womit Spritmultis und SPÖ eines gemeinsam haben - beiden wird nicht geglaubt.
Seit Aufbrechen der BAWAG-Affäre führt die Gusenbauer-SPÖ einen regelrechten Eiertanz auf. Zuerst geht man auf Distanz zum ÖGB, dann ist es der rote Parteichef höchstpersönlich, der in atemberaubendem Tempo den zurückgetretenen ÖGB-Boss für sein Handeln lobpreist. Einmal findet man es legitim, dass der ÖGB eine Bank hat, wenig später empfiehlt Gusenbauer den Verkauf. Einmal empört man sich über Vorwürfe, dass Gewerkschaftsgelder an die SPÖ gegangen sein könnten, dann wiederum muss man bestätigen, dass die FSG zu den anonymen Großspendern der SPÖ gehört. Wie sehr die Affäre die SPÖ herbeutelt, beweist Gusenbauers Genosse Erich Haider: Er ist - entgegen der Chef-Linie - gegen den BAWAG-Verkauf. Einziger Trost für Gusenbauer:
Haider ist immer und überall gegen alles.

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