Außerordentliche Regierungssitzung zur Hypo-Causa

LH Haider erwartet konstruktive Mitarbeit von Deloitte, ansonsten rechtliche Schritte gegen Wirtschaftsprüfer - Verluste bereits auf 200 Mio. reduziert

Klagenfurt (LPD) - Eine Bilanz 2004/2005 werde es für die Hypo bereits in den nächsten zwei Monaten geben, sagte Landeshauptmann Jörg Haider heute, Mittwoch, nach einer außerordentlichen Regierungssitzung zur Hypo-Causa und vorherigen Hypo-Aufsichtsratssitzung. Es sei ein Bilanzierungsproblem und er erwarte sich eine konstruktive Mitarbeit des Wirtschaftsprüfungsunternehmen Deloitte. Andernfalls werde es gegen Deloitte rechtliche Schritte geben.

Es seien zuerst Alternativlösungen zwischen den beiden Wirtschaftsprüfern Confida und Deloitte ausgetauscht worden, sagte Haider, daher sei es völlig unverständlich, dass Deloitte nachträglich die Bestätigung zurückgenommen habe. Hier liege eine in hohem Maße unseriöse Vorgangsweise des Wirtschaftsprüfers vor, so Haider, zumal Deloitte nunmehr zur Prüfung der BAWAG "herausgekauft" wurde. Auch für die Hypo Österreich habe Deloitte den Bestätigungsvermerk wegen nur eines einzigen unproblematischen Swap-Falles zurückgezogen, führte der Landeshauptmann weiter aus. Er vermute eine politische Absicht dahinter.

Das Problem sei für die ertragsreiche Hypo jederzeit lösbar gewesen, erklärte der Landeshauptmann, und verwies auf die hohen stillen Reserven allein im Leasing-Bereich. Im Unterschied zu anderen Banken habe bei der Hypo der Kontrollmechanismus funktioniert und man habe sofort das Problem eingegrenzt.
Wie Haider mitteilte, habe der Vorstand das Aufsichtsratspräsidium am 19. Mai 2005 über die Verluste aus den Swap-Geschäften informiert. Man sei übereingekommen, das Problem vor dem Hintergrund des geplanten Börseganges in kleinem Kreis zu bereinigen und nicht den gesamten Aufsichtsrat sowie das Land als Eigentümer zu informieren. Inzwischen sei es gelungen, den ursprünglichen Verlust von 328 Mio. Euro binnen weniger Monate auf rund 200 zu verringern. Diese Vorgangsweise im Interesse der Bank und der konsequenten Sanierung sei heute auch von allen Aufsichtsratsmitgliedern zur Kenntnis genommen worden. Auch der Aufsichtsrat habe gegen die Vorgangsweise von Deloitte protestiert.

Haider verwies auf die beispiellose Erfolgsgeschichte der Hypo, die einigen Konkurrenten ein Dorn im Auge sei . Die Hypo dürfe nicht kriminalisiert werden, betonte Haider und forderte Loyalität und Solidarität mit der Bank ein. Auch die Österreichische Nationalbank habe der Hypo Bestnoten verliehen, sie sei die ertragreichste Bank Österreichs, verfüge über hohes Eigenkapital und sei im Alpen-Adria-Raum enorm erfolgreich.

Der Zukunftsfonds ist für Haider nicht in Gefahr. Man habe eine "randvolle Kasse". Die 500 Mio. Euro seien sicher veranlagt und gut verzinst. Die Mittel aus dem Zukunftsfonds werden 2007 fließen, da entsprechende Projekte derzeit noch in Vorbereitung sind.
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