Gehrer: Provenienzforschung wird intensiv fortgesetzt

Bereits 6.292 Kunstwerke zur Rückgabe empfohlen

Wien (ÖVP-PK) - Ein Ende der Arbeit der Provenienzforschung ist derzeit nicht absehbar, die Tätigkeit wird weiterhin intensiv fortgesetzt, sagte heute, Mittwoch, Bildungsministerin Elisabeth Gehrer anlässlich der Behandlung des Restitutionsbericht im Rahmen des Kulturausschusses. Eine lückenlose Überprüfung der Herkunft von Sammlungsgut des Bundes bezieht sich dabei auch auf neueste Erwerbungen der Bundesmuseen. "Bei Neuankäufen muss der Herkunftsnachweis bereits heute im Zuge des Ankaufs erbracht werden", so Gehrer. Die Bundesministerin ist in ihrer Entscheidungen über die Rückgabe von Kunstwerken immer den Empfehlungen des Restitutionsbeirats gefolgt. Den insgesamt bisher 6.292 zur Rückgabe empfohlenen Kunstwerken steht gerade einmal ein Dutzend Fälle gegenüber, in denen der Beirat keine Rückgabeempfehlung ausgesprochen hat. ****

Grundsätzlich sei das österreichische Kunstrückgabegesetz im Interesse der Antragsteller auf eine möglichst rasche Abwicklung hin ausgerichtet. "Die Antragsteller erhalten selbstverständlich auch persönlich Auskunft über Ergebnisse der Provenienzforschung und Entscheidungen des Restitutionsbeirats und erhalten Einsicht in die Dossiers", stellte die Ministerin klar.

Ebenso selbstverständlich sei es, dass Fälle vom Restitutionsbeirat neuerlich geprüft werden, sobald neue Unterlagen beigebracht werden können. "Liegen neue Erkenntnisse vor, wird der Fall vom Restitutionsbeirat geprüft. Die Rückgabe von Kunstwerken kann grundsätzlich nur auf Basis einer eindeutigen Rechtsgrundlage erfolgen. Diese muss vom Restitutionsbeirat festgestellt werden." So habe es im Fall der Restitution der Klimt-Bilder aus der Österreichischen Galerie Belvedere verschiedene wissenschaftliche Gutachten gegeben, die sich sowohl gegen wie auch für eine Rückgabe ausgesprochen haben. "In diesem strittigen Fall habe ich daher dafür gesorgt, dass ein unabhängiges Schiedsgericht die Voraussetzungen für eine Rückgabe feststellt", sagte Gehrer abschließend.
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