Heinisch-Hosek zu Männerbericht: Viel beschriebenes Papier ohne Substanz

Was hat das gekostet?

Wien (SK) - SPÖ-Frauen- und Gleichbehandlungssprecherin Gabriele Heinisch-Hosek kann dem heute von Sozialministerin Haubner präsentierten Männerbericht nicht viel abgewinnen. "Was hier seit Wochen als Weltpremiere hochgejubelt wird, ist nichts weiter als die Komprimierung der 1.565 Seiten, die die bisher erschienenen Studien der Männerabteilung ausmachen, auf 303 Seiten. Und selbst davon macht ein Viertel, also exakt 76 Seiten, das Literaturverzeichnis aus. Den politischen Handlungsempfehlungen sind lediglich neuneinhalb Seiten gewidmet", so Heinisch-Hosek am Mittwoch gegenüber dem SPÖ-Pressedienst. Auch würden, um einen gegenderten Männerbericht zu erstellen, die nötigen Vergleichsdaten eines Frauenberichts fehlen. Für die SPÖ-Frauensprecherin handelt es sich daher bei dem publicityträchtig vorgestellten Bericht um "viel beschriebenes Papier ohne Substanz, bei dem es sich lediglich um einen traurigen Versuch der BZÖ-Image-Aufpolierung handelt". ****

Gespannt sei Heinisch-Hosek allerdings über die Ankündigung der Sozialministerin bezüglich der neuen Anreize beim Kinderbetreuungsgeld. "Sollte Haubner es tatsächlich damit ernst meinen, dass ihr das Hauptanliegen die Einbindung der Väter ist, so sei ihr angeraten, sich das Reformmodell der SPÖ zum Kinderbetreuungsgeld und zur Zuverdienstgrenze anzusehen", so Heinisch-Hosek.

"Prinzipiell ist gar nichts gegen ein Projekt 'Männerbericht' einzuwenden, wenn es dem im Vorwort dargestellten Anspruch auf ganzheitliche Geschlechterpolitik gerecht würde. Dem ist aber nicht so. Hier wird nichts verglichen", sagte Heinisch-Hosek. Auch missfällt Heinisch-Hosek die Darstellung der Arbeit von Pädagoginnen. "In diesem Männerbericht werden die Frauen, die sich mit viel Engagement dem Lehramt widmen, abgewertet."

Sinnvoll könnte sich die SPÖ-Frauensprecherin einen gegenderten Frauen- und Männergesundheitsbericht vorstellen. "Mit vergleichbarem Datenmaterial wissenschaftlich aufgearbeitet", wie Heinisch-Hosek betonte. Jedenfalls möchte die SPÖ-Gleichbehandlungssprecherin ehebaldigst Auskunft über die Kosten des Männerberichts, der für sie "reine Geldverschwendung" ist. "Bis jetzt habe ich keine Antwort darauf erhalten." (Schluss) up

Rückfragen & Kontakt:

Pressedienst der SPÖ
Tel.: 01/53427-275
http://www.spoe.at

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | SPK0014