Pröll: Rechtsrahmen zur Koexistenz erforderlich

Nur ein "Cool Down der Emotionen" ist sinnvoll - Teil3

Wien (OTS) - Umweltminister Josef Pröll http://www.lebensministerium.at hat bei der Eröffnung der Konferenz "Koexistenz von gentechnisch veränderten, konventionellen und biologischen Nutzpflanzen- Freiheit der Wahl", die derzeit in Wien stattfindet, betont, dass für das Zustandekommen einer sinnvollen Diskussion ein "Cool-Down" der Emotionen erforderlich sei. Es gehe nämlich bei der Frage der Koexistenz darum, endlich die Fakten auf den Tisch zu legen und zu diskutieren, erklärte der Minister bei der Eröffnung der Konferenz.

"Zwei Themen beherrschten die Diskussion bei der Biodiversitätskonferenz in Curitiba (Brasilien): Erstens, wie erfolgt künftig die Kennzeichnung von GVOs im grenzüberschreitenden Handel zwischen den Vertragsstaaten und zweitens der Einsatz der so genannten Terminatortechnologie in der Pflanzenproduktion", erklärte Pröll. "Beim ersten Punkt konnten wir uns auf einen Kompromiss zu einer strengeren Kennzeichnung verständigen. Beim zweiten Punkt konnten sich die Vertragsparteien darauf einigen, den umsichtigen und vorsichtigen Weg einzuschlagen und dieser Technologie die rote Karte zu zeigen." Die Frage, die bei der Wiener Konferenz im Zentrum stehe, laute: "Wie können wir sicherstellen, dass der Einsatz der Gentechnik in der Landwirtschaft nicht zu wirtschaftlichen Schäden für die Landwirte oder zur Verunsicherung der Gesellschaft führt?"

"Denn abseits der rein wirtschaftlichen Folgen halte ich es im Sinne des Nachhaltigkeitsprinzips auch für notwendig, darüber hinausgehende Fragen wie etwa soziale und ökologische Aspekte in der Diskussion nicht zu vergessen", erklärte der Minister. Es gehe bei dieser Konferenz aber nicht um die Frage "Gentechnik-ja oder nein". Diese Frage sei für Europa bereits beantwortet worden, nämlich durch ein strenges und international akzeptiertes Zulassungs- und Kennzeichnungsregime. Aber auch innereuropäisch und von den diversen NGOs auch im Umweltbereich ist diese notwendige Wahlfreiheit für unsere mündigen Verbraucher und Wirtschaftsakteure anerkannt", betonte Pröll.

Eine Kennzeichnungspflicht für GVO für den Konsumenten gebe es bereits seit zwei Jahren. "Das bedeutet, dass der Konsument bereits frei entscheiden kann, ob und was er kaufen will. Denn eines muss uns allen klar sein: die wirkliche Entscheidung, ob Gentechnik auf unsere Teller und damit auch auf unsere Felder kommt, treffen wir alle täglich als Konsumenten", meinte der Minister. Die Frage sei jedoch, ob diese Wahlfreiheit auch für die Bauern gelte. "Wie schaffen wir es, dass der Anbau von gentechnisch veränderten, konventionellen und biologischen Nutzpflanzen nebeneinander funktioniert, ohne dass die eine oder andere Wirtschaftsform negativ beeinflusst wird", stellte Pröll fest. "Wie schaffen wir es, dass Landwirte, die nicht kennzeichnungspflichtiges, sprich gentechnikfreies, Saatgut verwenden, auch eine Ernte einbringen können, die nicht als gentechnisch verändert zu kennzeichnen ist." Das zentrale Anliegen dabei sei, dass jene geschützt werden müssten, die gentechnikfrei bleiben wollen. "Gefordert sind also die Experten, schlüssige Antworten zu geben." Der Minister betonte, dass er sich als Anwalt der Umwelt und der Bauern verstehe und für strenge, nachvollziehbare Regelungen plädiere.

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