IV-Präsident Sorger: "Flexicurity" eine Antwort auf Herausforderungen am Arbeitsmarkt

Mehr Freiraum auf Betriebsebene bei Arbeitszeitregelungen - Gleichzeitig hohe soziale Absicherung - Dänisches Modell als Vorbild

Wien (OTS) - (PdI) Als "eine Antwort auf die Herausforderungen am Arbeitsmarkt" bezeichnete der Präsident der Industriellenvereinigung (IV) Dr. Veit Sorger das Modell der "Flexicurity". "Wir stehen weltweit inmitten massiver wirtschaftlicher, technologischer und demografischer Veränderungen, die proaktives und flexibles Handeln erfordern. Wir brauchen bei Arbeitszeitregelungen mehr Freiraum auf Betriebsebene und gleichzeitig eine hohe soziale Absicherung am Arbeitsmarkt. Die Industriellenvereinigung hat daher ‚Flexicurity’ am Beispiel des dänischen Modells in der innenpolitischen Diskussion mitpromotet", so Sorger heute, Mittwoch, bei einer Sozialpartner-Enquete zum Thema "Flexicurity" in Wien.

Im Zentrum des IV-Ansatzes stehe wie in Dänemark die sinnvolle Verbindung von "Flexibilität" und "Sicherheit". Der Flexicurity-Ansatz wird als umfassende politische Strategie definiert, die einerseits auf Arbeitsmarktflexibilität und Modernisierung der Arbeitsorganisation abzielt und andererseits Beschäftigungssicherheit und soziale Absicherung unter besonderer Berücksichtigung schwächerer Gruppen am Arbeitsmarkt fördert. Arbeitgeber und Arbeitnehmer bestimmen auf Betriebsebene die Zahl der Arbeitsstunden, die innerhalb einer täglichen, wöchentlichen und monatlichen Basis variiert werden können. Zwar könne das Modell nicht 1:1 auf Österreich umgelegt werden, "viele Maßnahmen davon haben sich aber als erfolgreich erwiesen. Das Ergebnis spricht für sich." Dänemark verzeichne 3 % Wirtschaftswachstum, die niedrigste Arbeitslosenquote seit 30 Jahren und bei hoher Flexibilität laut einer OECD-Untersuchung ein Höchstmaß an subjektiver Sicherheit bei den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern.

"Aus einer guten Ausgangssituation startend und klug umgesetzt, schafft ‚Flexicurity’ eine Win-Win Situation für alle Beteiligten", betonte Sorger. Europa könne sich keine Versäumnisse am Arbeitsmarkt erlauben. Auch wenn Österreich mit Frankreich nicht vergleichbar sei, zeige sich dort derzeit, "wie das Ergebnis aussehen kann, wenn die Politik am Arbeitsmarkt nicht rechtzeitig agiert".

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