Caritas zu Erdbebenhilfe in Pakistan: "Nach dem Überleben Leben sichern"

Auslandshilfechef Petrik-Schweifer zieht positive Halbjahresbilanz, aber es bleibe noch viel zu tun

Wien (OTS) - "Das Überleben ist gesichert. Nun geht es darum,
Leben zu ermöglichen", zieht Caritas-Auslandshilfechef und Nachbar-in-Not-Vorstand Christoph Petrik-Schweifer ein halbes Jahr nach dem verheerenden Erdbeben in Pakistan eine positive Bilanz über die Hilfe im Katastrophengebiet. Die befürchtete, zweite Todeswelle durch Kälte und Epidemien sei Gott-sei-Dank ausgeblieben: "Wie auch die UNO betont hat, ist das vor allem der Arbeit der Hilfsorganisationen und dem überraschend milden Winter zu verdanken. Die staatlichen Unterstützungen kamen nämlich reichlich spät." Die bisherige Hilfe der katholischen Caritas wurde in dem fast zur Gänze islamischen Land auch von der pakistanischen Öffentlichkeit positiv registriert, freut sich Petrik-Schweifer. So hätten namhafte pakistanische Tageszeitungen die Arbeit der Caritas im Erdbebengebiet besonders hervorgehoben.
Weitere Hilfe sei freilich nötig: Während die Caritas nach einer Naturkatastrophe üblicherweise ein Drittel der zur Verfügung stehenden Mittel in der Nothilfe ausgebe und zwei Drittel bereits in den Wiederaufbau flössen, habe die Caritas Österreich hier bereits die Hälfte der rund 5,5 Millionen Euro ausgegeben: "Schließlich waren die meisten Straßen unpassierbar oder überhaupt zerstört. Viele höher gelegene Dörfer konnten wir kaum erreichen", erinnert sich Caritas-Helfer Thomas Preindl an die besonders schwierigen Bedingungen: "Vor dem bevorstehenden Winter war die Hilfe deshalb ein Wettlauf gegen die Zeit. Doch auch für den Wiederaufbau ist die Zeit knapp. Wenn wir Pech haben, beginnt es bereits in sieben Monaten wieder zu schneien."

Insgesamt half die österreichische Caritas, auch mit Mitteln aus der Aktion Nachbar-in-Not, bisher rund 4700 Familien mit Zelten und Decken. 80 Großzelte dienen als Schulen bzw. medizinische Camps. 1500 Familien bauten mit Material und Anleitung der Caritas Übergangsbehausungen aus Steinen und Holz.
Damit die Menschen wieder neu durchstarten können, ist freilich viel mehr nötig als ein provisorisches Dach über dem Kopf. Preindl: "Die Erdbebenopfer leben auf engstem Raum zusammengepfercht. Besonders die Frauen leiden unter der fehlenden Privatsphäre. Damit ein echter Alltag für die Menschen wieder möglich ist, brauchen sie eine Lebensgrundlage. Wir werden nicht nur Häuser errichten, sondern denken auch an die Verteilung von Ziegen und Saatgut. Es bleibt noch viel zu tun."

Spendenkonten:
Caritas: PSK 7.700.004, BLZ 60.000, Kennwort: Erdbeben Pakistan Nachbar in Not: PSK 91 30 1000, BLZ: 60 000

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Mag. Silke Ruprechtsberger
Tel: 01/488 31/417 oder: 0664/82 66 909
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