Wolfmayr: Österreichische Bundesmuseen - modern, ansprechend, zeitgemäß

ÖVP-Kultursprecherin zum Kulturbericht 2004

Wien (ÖVP-PK) - - Zentralthema des Kulturberichts 2004 ist die Entwicklung der Bundesmuseen in der Vollrechtsfähigkeit. Dieser ist laut ÖVP-Kultursprecherin Abg. Dr. Andrea Wolfmayr "ein erfreulich positives Zeugnis auszustellen, betrachtet man die gute Entwicklung in Richtung modern, ansprechend, zeitgemäß, aber auch die hoch stehende wissenschaftliche Arbeit und Forschungsarbeit und die spannenden Vermittlungsprogramme. Immer mehr werden unsere Museen durch attraktive Begleitprogramme wie Konzerte, Diskussionen und andere Veranstaltungen zu Orten der gesellschaftlichen Begegnung." Die Erfolgsgeschichte der Vollrechtsfähigkeit setze sich auch in hohen Eigenerlösen, hohen Besucherzahlen und der wichtigen Rolle der Bundesmuseen im Kulturtourismus fort. "Eine weitere Kommunikation zwischen den einzelnen Museen wird in Zukunft eine noch stärkere Zusammenarbeit und Synergien für den Museumsstandort Österreich bringen", so Wolfmayr heute, Mittwoch, anlässlich der Sitzung des Kulturausschusses. ****

Bei der Gelegenheit lobte Wolfmayr auch "die erfreuliche Neugestaltung des umfangreichen Kulturberichtes, der durch die einheitliche Darstellung der Arbeitsbereiche bei Sammlungen, Ausstellungen, Marketing etc. eine ausgezeichnete Vergleichbarkeit bietet."

Wolfmayr konstatiert auch ein enorm gesteigertes Interesse an den Bundesmuseen. "Dass Besucherzahlen manchmal geringfügig sinken, dann wieder weiter steigen, hängt mit dem wechselnden und schwer zu kalkulierendem Interesse an Sonderausstellungen zusammen. Dass das nationale und internationale Interesse im Allgemeinen steigt, ist deutlich zu beobachten." Erfreulich seien auch die gestiegenen Förderungen im Denkmalschutz und die steigende Attraktivität für Sponsorentätigkeit durch steuerlich absetzbare Spendengelder.

Besonderes Augenmerk legte Wolfmayr auf die österreichische Nationalbibliothek, die durch hervorragende und konsequente Weiterführung von Digitalisierung und Langzeitarchivierung als Vorreiter und Vorbild fungiere. Zu nennen seien dabei der Einsatz elektronischer Medien, die starke internationale Vernetzung, der Informations- und Innovationsaustausch und die nutzerfreundliche und behindertengerechte bauliche Neugestaltung der Lesesäle.

Erfreulich sei auch die stetige Entwicklung des Museumsquartiers als beliebteste Kulturattraktion besonders bei der jungen Bevölkerung. "Der ständig steigende Besuch von Menschen aus aller Welt weist das MuQa als attraktiven Museums-, Kultur- und Lebensbezirk aus." Schließlich hob Wolfmayr als besonderes "Highlight" den Museumspreis 2005 hervor, dessen Hauptpreis an das steirische Stift Admont verliehen wurde.

Österreich ist Vorbild bei Provenienzforschung und Restitution

Mit Ende März wurden bereits über 6.000 Kunstgegenstände restituiert, fast alle an den Beirat herangetragenen Fälle wurden positiv beschieden, berichtete Wolfmayr aus dem ebenfalls zur Debatte stehenden Restitutionsbericht. "Österreich ist gerade bei Restitution und Provenienzforschung vorbildhaft. Die Herkunft der Kunstgegenstände wird lückenlos überprüft, die Suche nach den ursprünglichen Eigentümern bzw. deren Erben aktiv betrieben, wie dies auch dem gesetzlichen Auftrag entspricht. Es gibt kein Ausfuhrverbot wie in anderen Ländern, dafür aber Berichtspflicht an den Nationalrat", hob Wolfmayr positiv hervor.

Antrag nach sachlicher Immunität von Museumsleihgaben

Mit dem Antrag nach sachlicher Immunität von Museumsleihgaben "kommen wir einem Wunsch der Landeskulturreferenten nach." Zunehmend mehr Kulturinstitutionen wie Mönchsberg Salzburg, Kunsthalle Krems, Joanneum Graz oder NÖ Landesmuseum brauchen für ihre Sonderausstellungen Leihgaben aus anderen Ländern. Wenn also öffentliches Interesse besteht, sollen, um hohe Garantiekosten und zeitlichen Aufwand für Leihgaben aus dem Ausland zu vermeiden, die Länder künftig selbst Immunitätszusagen erteilen können. Voraussetzung ist eine Regelung wie beim Bund. "Diese gute und zeitgemäße Lösung beinhaltet, dass für die Dauer der Zusage von dritter Seite keine Ansprüche auf die Kunstwerke erhoben werden können. Diese Zusage wird im zunehmenden Leihverkehr von immer mehr internationalen Museen verlangt", ergänzte Wolfmayr, die darin auch einen wichtigen Beitrag Österreichs zum EU-Aktionsplan "Mobilität von Kunstwerken" sieht.

Gratiseintritt bringt nichts

Im Antrag der Grünen auf Gratiseintritt sieht die ÖVP-Kultursprecherin keine Verbesserung. "Nach der Vollrechtsfähigkeit müssen die Bundesmuseen wirtschaftlich agieren. Die Eintrittspreise sind ein wesentlicher Teil der Einnahmen, mit dem renoviert und attraktiviert werden kann. Außerdem ist erwiesen, dass durch Gratiseintritt weder mehr BesucherInnen kommen, noch das allgemeine Bildungsniveau gehoben wird. An einigen Tagen gibt es ja als Werbemaßnahme den Gratiseintritt, zu überlegen sind noch Aktionen wie die Ausweitung von Ermäßigungen für Kinder/Jugendliche oder die Schaffung einer ‚museumscard’."

Zur Förderung der kulturellen Bildung - TOP 5 der heutigen Tagesordnung - finde im Rahmen des differenzierten Schulsystems, das bekanntlich auch Schulen mit kreativen Schwerpunkten beinhaltet, bereits vieles statt. Auch außerschulische Initiativen und Kooperationen mit Museen nehmen zu, darüber hinaus gebe es Initiativen und Projekte des zuständigen Bundesministeriums. Abzuwarten seien die Ergebnisse der Gespräche bei der EU-Konferenz "Kulturelle Bildung in Europa" vom 8.-10. Juni in Graz, um europäische Entwicklungstendenzen vergleichen und best practice Modelle in die Praxis umzusetzen zu können. "Wir werden weiter diskutieren, sind für alle Gespräche offen und wollen Ergebnissen der Konferenz nicht vorgreifen", argumentierte Wolfmayr die vorgesehene Vertagung dieses Tagesordnungspunktes.
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