ARBÖ: Kfz-Versicherung für Führerscheinneulinge überdurchschnittlich gestiegen

Prämienerhöhung seit 2003: 15 Prozent für "Junge", gegenüber 8,5 Prozent allgemein

Wien (OTS) - In den letzten drei Jahren sind die Kfz-Versicherungsprämien für Führerscheinneulinge um 12 bis 15 Prozent gestiegen und damit weit stärker, als die allgemeinen Kfz-Prämien mit 8,5 Prozent. Das ergibt der seit Anfang 2003 durchgeführte Versicherungsvergleich des ARBÖ. "Auffallend dabei ist, dass die billigeren Versicherungen stärker zugelegt haben als die teuren", merkt ARBÖ-Pressesprecherin Mag. Lydia Ninz an. Relativierend ist anzumerken, dass die gesetzlich vorgeschriebene Mindestdeckungssumme in dieser Zeit von 1,09 auf drei Millionen Euro angestiegen ist und sich die Prämien im letzten halben Jahr kaum verändert haben.

Die günstigste Prämie verrechnete zuletzt mit 1.041,30 Euro pro Jahr die Wüstenrot-Versicherung, die als Sonderzuckerl dafür auch eine Drei-Jahres-Prämiengarantie abgibt. Als teuerste Versicherung scheint "Der Anker" mit einer Jahresprämie von 1.419,28 Euro auf. Man kann sich daher 378 Euro sparen, wenn man die günstigste Versicherung ergattert.
Anfang 2003 hatte die billigste Versicherung 902 Euro und die teuerste 1.264,70 Euro betragen. Der Unterschied lag damals bei 362 Euro.

Als Fallbeispiel nahm der ARBÖ die Kfz-Prämien für eine junge 18-jährige Führerscheinanfängerin, die einen drei Jahre alten gebrauchten VW Golf (90 PS/66 kW) anmeldet, wobei jeweils auch die motorbezogene Versicherungssteuer schon inkludiert ist. "Burschen mit PS-stärkeren Autos müssen noch viel höhere Prämien zahlen oder werden von den Versicherungen abgelehnt," so Ninz.

Selbst beim relativ "braven" Fallbeispiel des ARBÖ akzeptieren nur 7 von 13 Versicherungen Jugendliche ohne zusätzliche Auflagen. Alle anderen verrechnen entweder höhere Prämien oder höhere Selbstbehalte. Immerhin gewähren sechs Versicherungen einen Bonus für Jugendliche, die ihren Führerschein nach der Führerscheinreform (Mehrphasenausbildung) errungen haben.

Unfälle durch Mehrphasenausbildung rückläufig

Der Mehrphasenführerschein hat bereits zu einer deutlichen Senkung der Unfallziffern bei Führerscheinneulingen geführt. Nach den neuesten vorläufigen Zahlen des Kuratoriums für Verkehrssicherheit sind die Unfälle mit 18- bis 20-jährigen Lenkern im Vorjahr (jeweils noch ohne Dezemberwerte) um beachtenswerte 16,24 Prozent zurückgegangen, von 5.560 auf 4.783.

Da damit auch die Kosten für die Versicherungen zurückgehen, drängt der ARBÖ einmal mehr auf eine Verbilligung der Versicherungsprämien für Führerscheinneulinge. Im Vergleich zu den Erwachsenen, die sich haargenau denselben Golf versichern lassen, müssen nach einer Vergleichsstudie des ARBÖ aus dem Jahr 2005 die Jugendlichen immerhin eine um 16 Prozent höhere Prämie zahlen! Wie gesagt, macht die allgemeine Teuerung bei den Kfz-Haftpflichtversicherungen nach Angaben der Statistik Austria zwischen 2003 und 2005 lediglich 8,5 Prozent aus.

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